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Erster Abschnitt
durch die Sukzession der Prozesse des Gesamtkapitals und die jedes
seiner Teile vermittelt werden und eine gleichzeitige prozessierende
Einheit bilden.%r

Nur in der Einheit der drei Kreisläufe ist die Kontinuität des
Gesamtprozesses verwirklicht statt der oben geschilderten Unter-
brechung. Das gesellschaftliche Gesamtkapital besitzt stets diese
Kontinuität und sein Prozeß besitzt stets die Einheit der drei
Kreisläufe.

Für individuelle Kapitale wird die Kontinuität der Reproduktion
stellenweise mehr oder minder unterbrochen. Erstens sind die Wert-
massen häufig zu verschiedenen Epochen in ungleichen Portionen
[Teilen] auf die verschiedenen Stadien und Funktionsformen ver-
teilt. Zweitens können sich je nach dem Charakter der zu produ-
zierenden Ware, also je nach der besonderen Produktionssphäre, worin
das Kapital angelegt ist, diese Portionen verschieden verteilen.
Drittens kann die Kontinuität mehr oder weniger unterbrochen
werden in Produktionszweigen, die von der Jahreszeit abhängen, sei
es infolge von Naturbedingungen (Agrikultur, Heringsfang ete.), sei
es infolge konventioneller [durch Herkommen oder Vereinbarung
vestimmter] Umstände, wie zum Beispiel bei sogenannten Saison-
arbeiten. Am regelmäßigsten und uniformsten [gleichförmigsten]
verläuft der Prozeß in der Fabrik und im Bergbau. Aber diese Ver-
schiedenheit der Produktionszweige bewirkt keine Verschiedenheit
in den allgemeinen Formen des Kreislaufprozesses.

Das Kapital als sich verwertender Wert umschließt nicht nur
Klassenverhältnisse, einen bestimmten gesellschaftlichen Charakter,
der auf dem Dasein der Arbeit als Lohnarbeit ruht. Es ist eine Be-
wegung, ein Kreislaufprozeß durch verschiedene Stadien, der selbst
wieder drei verschiedene Formen des Kreislaufsprozesses einschließt.
Es kann daher nur als Bewegung und nicht als ruhendes Ding be-
griffen werden. Diejenigen, die die Verselbständigung des Wertes als
bloße Abstraktion betrachten, vergessen, daß die Bewegung des
industriellen Kapitals diese Abstraktion in actu [in Vollziehung] ist.
Der Wert durchläuft hier verschiedene Formen, verschiedene Be-
wegungen, in denen er sich erhält und zugleich verwertet, vergrößert.
Da wir es hier zunächst mit der bloßen Bewegungsform zu tun haben,
werden die Revolutionen [Umwälzungen] nicht berücksichtigt, die
der Kapitalwert in seinem Kreislaufsprozeß erleiden kann; aber es ist
klar, daß trotz aller Wertrevolutionen die kapitalistische Produktion
nur so lange existiert und. fortexistieren kann, als der Kapitalwert
verwertet wird, das heißt als verselbständigter Wert seinen Kreis-
laufprozeß beschreibt, solange also die Wertrevolutionen in irgend-
einer Art überwältigt und ausgeglichen werden. Die Bewegungen des
Kapitals erscheinen als Aktionen des einzelnen industriellen Kapita-
listen in der Weise, daß er als Waren- und Arbeitkäufer, Warenver-
sr Dieser Absatz fehlt in der 2. und den folgenden Auflaren. K.