Viertes Kapitel

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der Waren statt, welche die Elemente des produktiven Kapitals bilden,
80 ist mehr Geldkapital nötig, um ein Geschäft von gegebenem Um-
fang zu gründen. In beiden Fällen wird nur die Menge des neu
anzulegenden Geldkapitals affiziert [beeinflußt]; im ersten wird. Geld-
kapital überschüssig, im zweiten wird Geldkapital gebunden, wofern
der Zuwachs neuer individueller industrieller Kapitale in gewohnter
Weise in einem gegebenen Produktionszweig vorangeht.

Die Kreisläufe P. . .P und W’. ..W” stellen sich selbst nur so weit
als G...G dar, als die Bewegung von P und W’ zugleich Akkumu-
lation ist, also zuschüssiges g, Geld, in Geldkapital verwandelt wird.
Abgesehen hiervon, werden sie anders affiziert als G,. .G’ durch
Wertwechsel der Elemente des produktiven Kapitals; wir sehen hier
wieder ab von der Rückwirkung solches Wertwechsels auf die im
Produktionsprozeß begriffenen Bestandteile des Kapitals. Es ist hier
nicht die ursprüngliche Auslage, die direkt affiziert wird, sondern ein
in seinem Reproduktionsprozeß, nicht in seinem ersten Kreislauf,
begriffenes industrielles Kapital; also W’.. ‚W{A, der Rückumsatz
des Warenkapitals in seine Produktionselemente, soweit diese aus
Waren bestehen. Beim Wertfall (respektive Preisfall) sind drei Fälle
möglich: der Reproduktionsprozeß wird auf derselben Stufenleiter
fortgesezt; dann wird ein Teil des bisherigen Geldkapitals freigesetzt
und es findet Anhäufung von Geldkapital statt, ohne .daß wirkliche
Akkumulation (Produktion auf erweiterter Stufenleiter) oder die sie
einleitende und begleitende Verwandlung von g (Mehrwert) in Akku-
mulationsfonds stattgefunden; oder der Reproduktionsprozeß wird
auf größerer Stufenleiter erweitert, als sonst geschehen wäre, falls die
technischen Proportionen dies erlauben; oder aber es findet größere
Vorratbildung von Rohmaterialien ete. statt.

Umgekehrt beim Steigen des Werts der Ersatzelemente des Waren-
kapitals. Die Reproduktion findet dann nicht mehr in ihrem nor-
malen Umfang statt (es wird zum Beispiel kürzere Zeit gearbeitet);
oder es muß zuschüssiges Geldkapital eintreten, um sie auf ihrem
alten Umfang fortzusetzen (Bindung von Geldkapital); oder der
Akkumulations-Geldfonds, wenn vorhanden, dient ganz oder teil-
weise statt zur Erweiterung des Reproduktionsprozesses zu seinem
Betrieb auf der alten Stufenleiter. Es ist dies auch Bindung von
Geldkapital, nur daß hier das zuschüssige Geldkapital nicht von
außen her, vom Geldmarkt, sondern aus den Mitteln des industriellen
Kapitalisten selbst herkommt.

Es können aber bei P...P, W’...W’, modifizierende [verän-
dernde] Umstände stattfinden. Hat unser Baumwollspinner zum
Beispiel großen. Vorrat von Baumwolle (also großen Teil seines pro-
duktiven Kapitals in Form von Baumwollvorrat), So wird .ein Teil
seines produktiven Kapitals entwertet durch einen Fall der Baum-
wollpreise; sind letztere dagegen gestiegen, so findet Wertsteigerung
dieses Teils seines produktiven Kapitals statt. Anderseits, hat er
rroße Massen in der Form des Warenkapitals fixiert, zum Beispiel in