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Erster Abschnitt
seiner Zufuhr und seiner Nachfrage, das heißt je größer der Ueber-
schuß des Warenwerts, den er zugeführt, über den Warenwert, den
er nachfragt. Statt des Deckens beider ist das möglichste Nicht-
decken, das Ueberdecken seiner Nachfrage durch seine Zufuhr, sein
Ziel.

Was von dem einzelnen Kapitalisten, gilt von der Kapitalisten-
klasse. .

Soweit der Kapitalist bloß das industrielle Kapital personifiziert
[verkörpert], besteht seine eigene Nachfrage nur in der N achfrage
nach Produktionsmitteln und Arbeitskraft. Seine Nachfrage nach
Pm, ihrer Wertigkeit nach betrachtet, ist kleiner als sein vorge-
schossenes Kapital [da er mit diesem außer Pm auch noch A zu
kaufen‘ hat]; er kauft Produktionsmittel zu geringerem Wert als
dem Wert seines Kapitals und daher von noch viel geringerem Wert
als dem des Warenkapitals, das er zuführt.

Was seine Nachfrage nach Arbeitskraft anbetrifft, so ist sie ihrer
Wertigkeit nach bestimmt durch das Verhältnis seines variablen Ka-
pitals zu seinem Gesamtkapital, also gleich v : C, und ist daher in
der kapitalistischen Produktion, der Proportion nach betrachtet,
wachsend kleiner als seine Nachfrage nach Produktionsmitteln. Er
ist in beständig zunehmendem Maß größerer Käufer für Pm als für A.

Sofern der Arbeiter seinen Lohn allzumeist in Lebensmittel um-
setzt, und zum allergrößten Teil in notwendige Lebensmittel, ist die
Nachfrage des Kapitalisten nach Arbeitskraft indirekt zugleich Nach-
frage nach den in den Konsum der Arbeiterklasse eingehenden Kon-
sumtionsmitteln. Aber diese Nachfrage ist gleich v und nicht ein Atom
[Stäubchen] größer (wenn der Arbeiter von seinem Lohn spart —
wir lasse alle Kreditverhältnisse hier notwendig außer Augen —,
so heißt dies, daß er einen Teil seines Lohnes in Schatz verwandelt
und pro tanto [für so viel] nicht als Nachfragender, als Käufer auf-
tritt). Die Maximalgrenze der Nachfrage des Kapitalisten ist gleichO =
© +, aber seine Zufuhr ist gleich ce + v +m; ist also die Konstitution
[Zusammensetzung] seines Warenkapitals 80 c + 20v + 20 m,
so ist seine Nachfrage gleich 80c + 20v, also der Wertigkeit
nach betrachtet !/; kleiner als seine Zufuhr, Je größer der Prozent-
satz der von ihm produzierten Masse m (die Profitrate 72), um so kleiner
wird seine Nachfrage im Verhältnis zu seiner Zufuhr. Obgleich die
Nachfrage des Kapitalisten nach Arbeitskraft und daher indirekt
nach notwendigen Lebensmitteln mit dem Fortschritt der Produk-
tion fortschreitend kleiner wird als seine N. achfrage nach Produktions-

mitteln, so ist anderseits nicht zu vergessen, daß seine Nachfrage
nach Pm stets kleiner ist als sein Kapital, tagaus tagein gerechnet,

7% Das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschossenen Gesamtkapital
bezeichnet Marx als Profitrate. Diese ist verschieden von der Mehrwert-
rate, dem Verhältnis des Mehrwerts zum, variablen Kapital. Die Beein-
fussung der individuellen Profitrate durch die Durchschnittsprofitrate kommt
hier noch nicht in Betracht. K.