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Erster Abschnitt
Buch über seine Ausgaben, Einnahmen, Zahlungstermine usw. führt,
solange ist es handgreiflich, daß diese seine Funktion und die Arbeits-
mittel, die er etwa dabei verbraucht, wie Papier usw., zusätzlichen
Verbrauch von Arbeitszeit und Arbeitsmitteln darstellen, die not-
wendig sind, aber einen Abzug bilden sowohl an der Zeit, die er pro-
duktiv verbrauchen kann, wie an den Arbeitsmitteln, die im wirk-
lichen Produktionsprozeß fungieren, in die Produkt- und Wertbildung
eingehen‘? Die Natur der Funktion selbst verändert sich nicht, weder
durch den Umfang, den sie dadurch erhält, daß sie in der Hand des
kapitalistischen Warenproduzenten konzentriert wird und statt als
Funktion vieler kleiner Warenproduzenten als die eines Kapitalisten,
als Funktion innerhalb eines Produktionsprozesses auf großer Stufen-
leiter erscheint, noch durch ihre Losreißung von den produktiven
Funktionen, von denen sie ein Beiwerk bildete, und durch ihre Ver-
selbständigung als Funktion besonderer, ausschließlich mit ihr be-
trauter Agenten.

Die Teilung der Arbeit, die Verselbständigung einer Funktion,
macht sie nicht produkt- und wertbildend, wenn sie es nicht an sich,
also schon vor ihrer Verselbständigung ist. Legt ein Kapitalist sein
Kapital neu an, so muß er einen Teil im Ankauf eines Buchhalters
etc. und in Mitteln der Buchführung anlegen. Ist sein Kapital be-
reits in Funktion, in seinem beständigen Reproduktionsprozeß be-
griffen, so muß er einen Teil des Warenprodukts vermittels Ver-
wandlung in Geld beständig rückverwandeln in Buchhalter, Kom-
mis und dergleichen, Dieser Teil des Kapitals ist dem Produktions-
prozeß entzogen und gehört zu den Zirkulationskosten, Abzügen am
Gesamtertrag. (Eingeschlossen die Arbeitskraft selbst, die ausschließ-
lich auf diese Funktion verwendet wird.)

Es findet jedoch ein gewisser Unterschied statt zwischen den
aus der Buchführung entspringenden Kosten, respektive unproduk-
tiven Verausgabung von Arbeitszeit einerseits und denen der bloßen
Kauf- und Verkaufszeit anderseits. Die letzteren entspringen nur

12 Im Mittelalter finden wir die Buchführung für Agrikultur nur in den
Klöstern. Jedoch sah man (Buch I, Kapitel XII. 4, 2. Auflage, S. 370, V. 8.304
ün der Engelsschen Ausgabe steht bloß „Buch I, S. 343“ ; diese Zahl bezieht
sich auf die 1. Auflage des I. Buchs des „Kapital“. XK.]), daß bereits
in den uraltertümlichen indischen Gemeinwesen ein Buchhalter über die
Agrikultur figuriert. Die Buchführung ist hier zur ausschließlichen Funktion
eines Gemeindebeamten verselbständigt. Durch diese Teilung der Arbeit
werden Zeit, Mühe und Ausgaben erspart, aber die Produktion und die Buch-
führung über die Produktion bleiben ebenso verschiedene Dinge wie die
Schiffsladung und der Ladeschein. Im Buchhalter ist ein Teil der Arbeits-
kraft der Gemeinde der Produktion entzogen, und die Kosten seiner Funk-
tion. werden nicht durch seine eigene Arbeit ersetzt, sondern durch einen Ab-
zug vom Gemeindeprodukt, Wie mit dem Buchhalter der indischen Gemeinde,
verhält es sich mutatis mutandis [mit den nötigen Aenderungen] mit dem
Buchhalter des Kapitalisten. (Aus Manuskript II.)