110

Erster Abschnitt
der Produktion abzuhängen, und um sich einen beständigen Kreis
von Kunden zu sichern. Den Produktionsperioden entsprechend
bilden sich Kauftermine und bildet die Ware während längerer oder
kürzerer Zeit Vorrat, bis sie durch neue Exemplare derselben Art
ersetzt werden kann. Nur durch diese Vorratbildung ist die Bestän-
digkeit und Kontinuität des Zirkulationsprozesses, und daher des
Reproduktionsprozesses, die den Zirkulationsprozeß einschließt,
gesichert.

Man muß sich erinnern: W’— G’ kann für den Produzenten von
W vollzogen sein, obgleich W sich noch auf dem Markt befindet.
Wollte der Produzent selbst seine eigene Ware auf Lager halten, bis sie
an den definitiven [endgültigen] Konsumenten verkauft ist, so müßte
er ein doppeltes Kapital in Bewegung setzen, eins als Produzent der
Ware, das andere als Kaufmann. Für die Ware selbst — betrachtet,
sei es als einzelne Ware oder als Bestandteil des gesellschaftlichen
Kapitals — ändert es nichts an der Sache, ob die Kosten der Vorrat-
bildung auf ihren Produzenten fallen oder auf eine Reihe Kaufleute
7zon A bis Z.

Soweit der Warenvorrat nichts ist als die Warenform des Vorrats,
der auf gegebener Stufenleiter der gesellschaftlichen Produktion
entweder als produktiver Vorrat (latenter Produktionsfonds) oder
als Konsumtionsfonds (Reserve von Konsumtionsmitteln) existieren
würde, wenn er nicht als Warenvorrat existierte, sind auch die
Kosten, die die Erhaltung des Vorrats erheischt, also die Kosten
der Vorratbildung — das heißt die hierauf verwandte vergegen-
ständlichte oder lebendige Arbeit — bloß transponierte [übertragene]
Kosten der Erhaltung, sei es des gesellschaftlichen Produktions-
fonds, sei es des gesellschaftlichen Konsumtionsfonds. Die Er-
höhung des Wertes der Ware, die sie verursachen, verteilt diese
Kosten nur pro ratalts [in entsprechendem Ausmaß] auf die ver-
schiedenen Waren, da dieselben für verschiedene Warensorten
verschieden sind. Nach wie vor bleiben Kosten der Vorratbildung
Abzüge von dem gesellschaftlichen Reichtum, obgleich sie eine
HExistenzbedingung desselben sind.

Nur soweit der Warenvorrat Bedingung der Warenzirkulation
und selbst eine in der Warenzirkulation notwendig entstandene Form
ist, soweit diese scheinbare Stagnation [Stockung] also Form des
Flusses selbst, ganz wie Bildung von Geldreserve Bedingung der
Geldzirkulation ist — nur soweit ist sie normal. Sobald dagegen die
in ihren Zirkulationsreservoirs verweilenden Waren der nacheilenden
Welle der Produktion nicht Platz machen, die Reservoirs also über-
füllt werden, dehnt sich der Warenvorrat aus infolge der Zirkulations-
stockung, ganz wie die Schätze wachsen, wenn die Geldzirkulation

stockt. Es ist dabei gleichgültig, ob diese Stockung in den Speichern
des industriellen Kapitalisten oder in den Lagerhäusern des Kauf-
‘6a In der 1. Auflage stand statt „pro rata“ „gleichmäßig“. K.