Sechstes Kapitel

113
Die absolute Wertgröße, welche der Transport den Waren zusetzt,
steht unter sonst gleichbleibenden Umständen im umgekehrten
Verhältnis zur Produktivkraft der Transportindustrie und im direk-
ten Verhältnis zu den zu durchlaufenden Entfernungen.

Der relative Wertteil, den die Transportkosten, unter sonst
gleichbleibenden Umständen, dem Preis der Ware zusetzen, steht
in direktem Verhältnis zu ihrer Raumgröße und ihrem Gewicht. Die
modifizierenden [abändernden] Umstände sind jedoch zahlreich. Der
Transport erheischt zum Beispiel größere oder geringere Vorsichts-
maßregeln, daher größere oder geringere Ausgabe von Arbeit und
Arbeitsmitteln, je nach der relativen Zerbrechlichkeit, Vergänglich-
keit, Explodierbarkeit des Artikels. Hier entwickeln die Eisenbahn-
magnaten [Eisenbahngewaltigen] größeres Genie in phantastischer
Speziesbildung [Artenbildung]als Botaniker oder Zoologen. Die Klassi-
fikation [Einteilung] der Güter auf englischen Eisenbahnen zum Bei-
spiel füllt Bände und beruht dem allgemeinen Prinzip nach auf der
Tendenz, die buntverschiedenen natürlichen Eigenschaften der Güter
in ebenso zahlreiche Transportgebresten und obligate [ständige] Prel-
lereivorwände umzuwandeln. „Glas, welches früher 11 Pfd. Sterl.
per erate (eine Packkiste von bestimmtem Rauminhalt) wert war,
ist jetzt infolge industrieller Fortschritte und der Abschaffung der
Glassteuer nur 2 Pfd. Sterl. wert, aber die Transportkosten stehen
30 hoch wie früher und höher bei Kanaltransport. Früher wurden Glas
und Glaswaren für Bleiarbeiten innerhalb 50 [englischen] Meilen
von Birmingham zu 10 Shilling per Tonne verführt. Jetzt ist der Trans-
portpreis auf das Dreifache erhöht unter dem Vorwand des Risikos
von wegen Zerbrechlichkeit des Artikels. Wer aber nicht zahlt, was
wirklich bricht, ist die Eisenbahndirektion.‘“ 19 Daß ferner der relative
erlangen. und sie nach einem andern Konsumtionsort zu transportieren; er
befähigt uns daher, den Wert der Ware zu vermehren um die ganze Differenz
zwischen ihrem Preise am ersten Ort und dem am zweiten.“ Ricardo bemerkt
hierzu: „Richtig, aber wie wird ihr (der Ware) der zusätzliche Wert zugefügt?
Indem man erstens den Produktionskosten die Auslagen für den Transport
and zweitens den Profit auf die Kapitalvorschüsse hinzufügt, die der Kauf-
mann geleistet hat. Die Ware ist nur aus denselben Gründen mehr wert,
aus denen jede andere Ware mehr Wert erhalten kann, weil nämlich mehr
Arbeit auf ihre Produktion und Beförderung verwendet wird, bevor Sie
vom Verbraucher gekauft wird. Das darf nicht als einer der Vorteile des
Handels bezeichnet werden.“ („True, but how is the additional value given to
it? By adding to the cost of production, first, the expenses of conveyance,
secondly, the profit on the advances of capital made by the merchant. The
commodity is only more valuable, for the same reason that every other com-
modity may become more valuable, because more labour is expended on its
production and conveyance, before it is purchased by the consumer. This
must not be mentioned as one of the advantages of commerce.“ —. Ricardo:
„Prineiples of Political Economy, chap. XIX, 3rd ed. London 1821“.
p. 309, 310.)
2 Royal Commission on Railways, p. 31, No. 630.