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Zweiter Abschnitt
des Prozesses, der KReproduktionsprozeß, als wirklich, in Form I aber
nur der Möglichkeit nach ausgedrückt. Aber beide unterscheiden
sich dadurch von Form NIT, daß der vorgeschossene Kapitalwert —
sei es als Geld, sei es in der Gestalt der stofflichen Produktions-
elemente — den Ausgangspunkt bildet und daher auch den Punkt
der Rückkehr. In G...G” ist die Rückkehr G’ = & + g. Wird der
Prozeß auf derselben Stufenleiter erneuert, so bildet G wieder den
Ausgangspunkt und g geht nicht in ihn ein, sondern zeigt uns nur,
1aß G sich als Kapital verwertet und daher einen Mehrwert g erzeugt,
aber von sich abgestoßen hat. In der Form P...P bildet der in
ler Form der Produktionselemente P vorgeschossene Kapitalwert
ebenfalls den Ausgangspunkt. Die Form schließt seine Verwertung
ein. Findet einfache Reproduktion Statt, so fängt derselbe Kapital-
wert in derselben Form P seinen Prozeß von neuem an. Findet
Akkumulation statt, so eröffnet P” (der Wertgröße nach gleich G” =W")
jetzt als vergrößerter Kapitalwert den Prozeß. Aber er beginnt wieder
mit dem vorgeschossenen Kapitalwert in der anfänglichen Form,
wenn auch mit größerem Kapitalwert als vorher. Dagegen in Form III
beginnt der Kapitalwert nicht als vorgeschossener den Prozeß, son-
dern als bereits verwerteter, als der gesamte in der Form von Waren
befindliche Reichtum, wovon der vorgeschossene Kapitalwert nur ein
Teil. Die letztere Form ist wichtig für den dritten Abschnitt, wo die
Bewegung der Einzelkapitale im Zusammenhang mit der Bewegung
des gesellschaftlichen Gesamtkapitals aufgefaßt wird. Sie ist da-
gegen nicht zu benutzen für den Umschlag des Kapitals, der stets
beginnt mit dem Vorschuß von Kapitalwert, sei es in Form von Geld
oder Ware, und stets die Rückkehr des kreisenden Kapitalwerts be-
dingt in der Form, worin er vorgeschossen war. Von den Kreis-
läufen I und II ist der erstere festzuhalten, soweit hauptsächlich der
Einfluß des Umaschlags auf Mehrwertbildung ins Auge gefaßt wird;
der zweite, soweit sein Einfluß auf Produktbildung. a
So wenig die Oekonomen die verschiedenen Formen der Kreis-
läufe geschieden, so wenig haben sie dieselben mit Bezug auf den
Umschlag des Kapitals getrennt betrachtet. Gewöhnlich wird die
Form G...G’ genommen, weil sie den einzelnen Kapitalisten be-
herrscht und ihm bei seiner Rechnung dient, selbst wenn das Geld
nur in der Gestalt des Rechengeldes Ausgangspunkt bildet. Andere
gehen von der Auslage in Form der Produktionselemente aus, bis
Rückfluß erfolgt, wobei von der Form des Rückflusses, ob in Ware
oder Geld, gar nicht die Rede. Zum Beispiel: „Der ökonomische
Zyklus,. .. das heißt der ganze Verlauf der Produktion, von der Zeit,
Wo die Auslage gemacht wird, bis der Rückfluß erfolgt ist. In der
Landwirtschaft ist die Aussaat sein Anfang und die Ernte sein Ende.“
(Economie Cyecle,... the whole course of production, from the time
chat outlays are made till returns are received. In agriculture seed-
jime is its commencement, and harvesting its ending. — 8. P. New-
man: „Elements of Political Economy, Andover and New York 1835“,