Siebentes Kapitel

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p. 81 [Note].) Andere beginnen mit W’ (IIL. Form): „Die Welt
des Produktionsverkehrs kann angesehen werden als umlaufend in
ainem Kreise, den wir einen ökonomischen Zyklus nennen wollen
und worin sie je einen Umlauf vollbracht hat, sobald das Geschäft,
nach Vollzug seiner sukzessiven Transaktionen, wieder ankommt
bei dem Punkt, wovon es ausgegangen. Der Anfang kann datiert
werden von dem Punkt, wo der Kapitalist die Eingänge erhalten
hat, vermittels deren ihm sein Kapital zurückfließt; von welchem
Punkt an er von neuem dazu schreitet, seine Arbeiter anzuwerben
und ihnen ihren Unterhalt oder vielmehr die Macht, ihn anzu-
schaffen, in Arbeitslohn auszuteilen; von ihnen die Artikel fertig-
gestellt zu erhalten, in denen er macht [handelt]; diese Artikel auf
den Markt zu bringen und dort den Kreislauf dieser einen Reihe von
Bewegungen zum Abschluß zu bringen, indem er verkauft und im
Erlös der Ware eine Wiedererstattung seiner ganzen Kapitalauslage
empfängt.‘ (Th. Chalmers: „On Political Economy, 2"ded., Glasgow 19»
1832“, p. 85.)

Sobald der gesamte Kapitalwert, den ein individueller Kapita-
list in einem beliebigen Produktionszweig anlegt, den Kreislauf seiner
Bewegung beschrieben hat, befindet er sich wieder in seiner Anfangs-
form und kann nun denselben Prozeß wiederholen. Er muß ihn
wiederholen, soll der Wert sich als Kapitalwert verewigen und ver-
werten. Der einzelne Kreislauf bildet im Leben des Kapitals nur
einen Abschnitt, der sich beständig wiederholt, also eine Periode.
Am Abschluß der Periode G...G’ befindet sich das Kapital wieder
in der Form des Geldkapitals, das die Reihe der Formverwandlungen,
worin sein Reproduktions-, respektive Verwertungsprozeß einbegrif-
fen ist, von neuem durchläuft. Beim Abschluß der Periode P...P
befindet das Kapital sich wieder in der Form der Produktionselemente,
welche die Voraussetzung seines erneuerten Kreislaufs bilden. DerKreis-
lauf des Kapitals, nicht als vereinzelter Vorgang, sondern als periodi-
scher Prozeß bestimmt, heißt sein Umschlag. Die Dauer dieses Um-
schlags ist gegeben durch die Summe seiner Produktionszeit und
seiner Umlaufszeit. Diese Zeitsumme bildet die Umschlagszeit des
Kapitals. Sie mißt daher den Zwischenraum zwischen einer Kreis-
laufperiode des gesamten Kapitalwerte und der nächstfolgenden, die
Periodizität im Lebensprozeß des Kapitals, oder, wenn man will, die
Zeit der Erneuerung, Wiederholung des Verwertungs-, respektive Pro-
duktionsprozesses desselben Kapitalwerts.

Abgesehen von den individuellen Abenteuern, die für ein einzel-
nes Kapital die Umschlagszeit beschleunigen oder abkürzen mögen,
ist die Umschlagszeit der Kapitale verschieden je nach ihren ver-
schiedenen Anlagesphären.

Wie der Arbeitstag die natürliche Maßeinheit für die Funktion
der Arbeitskraft, bildet das Jahr die natürliche Maßeinheit für die

19a In der Engelsschen Ausgabe steht „London“. K.