118

Umschläge des prozessierenden Kapitals. Die Naturbasis dieser Maß-
einheit liegt darin, daß die wichtigsten Erdfrüchte der gemäßigten
Zone, welche das Mutterland der kapitalistischen Produktion ist,
jährliche Produkte sind.

Nennen wir das Jahr als Maßeinheit der Umschlagszeit U, die
Umschlagszeit eines bestimmten Kapitals u, die Anzahl seiner Um-
schläge n, so ist n = ©, Beträgt also zum Beispiel die Umschlags-
zeit u 3 Monate, so n = 2 — 4; das Kapital vollzieht 4 Umschläge
im Jahr oder schlägt viermal um. Ist u = 18 Monate, son = 1 = 2
oder das Kapital legt in einem Jahr nur ?/g seiner Umschlagszeit zu-
rück. Beträgt seine Umschlagszeit mehrere J. ahre, so wird sie also
hach Vielfachen eines Jahres berechnet.

Für den Kapitalisten ist die Umschlagszeit seines Kapitals die
Zeit, während deren er sein Kapital vorschießen muß, um es zu ver-
werten und in der ursprünglichen Gestalt zurückzuerhalten.

Bevor wir den Einfluß des Umschlags auf den Produktions- und
Verwertungsprozeß näher untersuchen, sind zwei neue Formen zu
betrachten, die dem Kapital aus dem Zirkulationsprozeß anschießen
and auf die Form seines Umschlags einwirken.

Zweiter Abschnitt

Achtes Kapitel.
Fixes Kapital und zirkulierendes Kapital.
I. Die Formunterschiede.

Man sah Buch I, Kapitel VI: Ein Teil des konstanten Kapitals
behält die bestimmte Gebrauchsform, worin es in den Produktionspro-
zeß eingeht, gegenüber den Produkten, zu deren Bildung es beiträgt.
Es verrichtet also während einer kürzeren oder längeren Periode in
stets wiederholten Arbeitsprozessen stets wieder dieselben Funktionen.
So zum Beispiel Arbeitsgebäude, Maschinen etc., kurz alles, was wir
unter der Bezeichnung Arbeitsmittel zusammenfassen. Dieser Teil
des konstanten Kapitals gibt Wert an das Produkt ab im Verhältnis;
worin er mit seinem eigenen Gebrauchswert seinen eigenen Tausch-
wert verliert. Diese Wertabgabe oder dies Uebergehen des Wertes
eines solchen Produktionsmittels auf das Produkt, zu dessen Bildung

es mitwirkt, wird bestimmt durch eine Durchschnittsrechnung; es
wird gemessen durch die Durchschnittsdauer seiner Funktion von
dem Augenblick, worin das Produktionsmittel in den Produktions-
prozeß eingeht, bis zu dem Augenblick, wo es ganz abgenutzt, ver-
storben ist und durch ein neues Exemplar derselben Art ersetzt. oder
teproduziert werden muß.

Das Eigentümliche dieses Teils des konstanten Kapitals — der
eigentlichen Arbeitsmittel — ist also dies:

Ein Teil des Kapitals ist in der Form von konstantem Kapital,
das heißt von Produktionsmitteln Vvorgeschossen worden, die nun als
Faktoren des Arbeitsprozesses fungieren, solange die selbständige