Achtes Kapitel

121
hält. Und diese selbst wieder entspringt aus der besonderen Art der
Funktion der Arbeitsmittel im Arbeitsprozeß.

Man weiß, daß derselbe Gebrauchswert, der als Produkt aus dem
einen Arbeitsprozeß herauskommt, als Produktionsmittel in den an-
dern eingeht. Nur die Funktion eines Produkts als Arbeitsmittel
im Produktionsprozeß macht es zu fixem Kapital. Soweit es dagegen
selbst erst aus einem Prozesse herauskommt, ist es keineswegs fixes
Kapital. Zum Beispiel eine Maschine, als Produkt respektive Ware
des Maschinenfabrikanten, gehört zu seinem Warenkapital. Fixes
Kapital wird sie erst in der Hand ihres Käufers, des Kapitalisten,
der sie produktiv anwendet.

Alle andern Umstände gleichgesetzt, wächst der Grad der Fixität
mit der Dauerbarkeit des Arbeitsmittels. Von dieser Dauerbarkeit
hängt nämlich die Größe der Differenz ab zwischen. dem in Arbeits-
mitteln fixierten Kapitalwert und dem Teil dieser Wertgröße, den
e8 in wiederholten Arbeitsprozessen an das Produkt abgibt. Je lang-
samer diese Wertabgabe stattfindet — und Wert wird abgegeben
vom Arbeitsmittel bei jeder Wiederholung desselben. Arbeitsprozesses
—, um 8o größer das fixierte Kapital, um so größer die Differenz
zwischen dem im Produktionsprozeß angewandten und dem in ihm
konsumierten Kapital. Sobald diese Differenz verschwunden ist, hat
das Arbeitsmittel ausgelebt und mit seinem Gebrauchswert seinen
Wert verloren. Es hat aufgehört, Wertträger zu sein. Da das Arbeits-
mittel, wie jeder andere stoffliche Träger von konstantem Kapital,
nur Wert an das Produkt abgibt in dem Maß, worin es mit seinem
Gebrauchswert seinen Wert verliert, so ist es klar, daß, je langsamer
sein Gebrauchswert verloren geht, je länger es im Produktionsprozeß
ausdauert, um so länger die Periode, worin konstanter Kapitalwert
in ihm fixiert bleibt.

Verhält sich ein Produktionsmittel, welches kein Arbeitsmittel im
eigentlichen Sinne ist, zum Beispiel Hilfsstoff, Rohmaterial, Halb-
fabrikat ete., mit Bezug auf Wertabgabe und daher auf Zirkulations-
weise seines Wertes, wie die Arbeitsmittel, so ist es ebenfalls stofflicher
Träger, Existenzform von fixem Kapital. Dies ist der Fall bei solchen
schon erwähnten Bodenmeliorationen, welche dem Boden chemische
Bestandteile zusetzen, deren Wirkung sich auf mehrere Produktions-
perioden oder Jahre erstreckt. Hier existiert noch ein Teil des Wertes
neben dem Produkt in seiner selbständigen Gestalt fort oder in Ge-
stalt von fixem Kapital, während ein anderer Wertteil an das Produkt
abgegeben ist und daher mit ihm zirkulierf. In diesem Falle geht
nicht nur ein Wertteil des fixen Kapitals in das Produkt ein, sondern
auch der Gebrauchswert, die Substanz, worin dieser Wertteil existiert,

Abgesehen von dem Grundirrtum — der Verwechslung der Kate-
gorien: fixes Kapital und zirkulierendes Kapital, mit den Kategorien:
konstantes und variables Kapital —, beruht die Konfusion [Verwir-
rung] in der bisherigen Begriffsbestimmung bei den Oekonomen zu-
nächst auf folgenden Punkten.