Achtes Kapitel

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Ein Teil der Arbeitsmittel, worin die allgemeinen Arbeitsbedin-
gungen eingeschlossen, wird entweder örtlich befestigt, sobald er als
Arbeitsmittel in den Produktionsprozeß eintritt, respektive zur pro-
duktiven Funktion bereitgemacht wird, wie zum Beispiel Maschinen,
Oder er wird von vornherein in dieser stehenden, an den Ort ge-
bundenen Form produziert, wie zum Beispiel Bodenmeliorationen,
Fabrikgebäude, Hochöfen, Kanäle, Eisenbahnen usw. Das fortwäh-
rende Gebundensein des Arbeitsmittels an den Produktionsprozeß,
innerhalb dessen es fungieren soll, ist hier zugleich durch ihre sinn-
liche Existenzweise bedingt. Anderseits kann ein Arbeitsmittel phy-
sisch beständig den Ort verändern, sich bewegen, und dennoch be-
ständig sich im Produktionsprozeß befinden, wie eine Lokomotive,
ein Schiff, Arbeitsvieh etc, Weder gibt ihm in dem einen Fall die
Unbeweglichkeit den Charakter des fixen Kapitals, noch nimmt ihm
in dem andern die Beweglichkeit diesen Charakter. Der Umstand
jedoch, daß Arbeitsmittel lokal fixiert sind, mit ihren Wurzeln im
Grund und Boden feststecken, weist diesem Teil des fixen Kapitals
eine eigene Rolle in der Oekonomie der Nationen zu, Sie können
nicht ins Ausland geschickt werden, nicht als Waren auf dem Welt-
markt zirkulieren. Die Eigentumstitel an diesem fixen Kapital kön-
nen wechseln, es kann gekauft und verkauft werden und sofern ideell
zirkulieren. Diese Eigentumstitel können sogar auf fremden Märkten
zirkulieren, zum Beispiel in der Form von Aktien. Aber durch den
Wechsel der Personen, die Eigentümer dieser Art von fixem Kapital
sind, wechselt nicht das Verhältnis des stehenden, materiell fixierten
Teils des Reichtums in einem Land zu dem beweglichen Teil des-
selben 2%,

Die eigentümliche Zirkulation des fixen Kapitals ergibt einen
eigentümlichen Umschlag. Der Wertteil, den es in seiner Natural-
form durch Abnutzung verliert, zirkuliert als Wertteil des Produkts.
Das Produkt verwandelt sich durch seine Zirkulation aus Ware in
Geld, also auch der vom Produkt zirkulierte Wertteil des Arbeits-
mittels, und. zwar tropft sein Wert aus dem Zirkulationsprozeß als
Geld nieder, in derselben Proportion, worin dies Arbeitsmittel auf-
hört Wertträger im Produktionsprozeß zu sein. Sein Wert erhält
also jetzt Doppelexistenz. Ein Teil desselben bleibt an seine dem
Produktionsprozeß angehörige Gebrauchs- oder Naturalform gebun-
den, ein anderer Teil löst sich von ihr ab als Geld, Im Verlauf seiner

Funktion nimmt der in der Naturalform existierende Wertteil des
Arbeitsmittels beständig ab, während sein in Geldform umgesetzter
Wertteil beständig zunimmt, bis es schließlich ausgelebt hat und sein
Gesamtwert, von seiner Leiche getrennt, in Geld verwandelt ist. Hier
zeigt sich die Eigentümlichkeit im Umschlag dieses Elements des pro-
duktiven Kapitals. Die Verwandlung seines Wertes in Geld gehtgleichen
Schritt mit der Geldverpuppung der Ware, die sein Wertträger ist.
2 Bis hierher Manuskript IV. — Von hier an Manuskript Il. FE.