Achtes Kapitel

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Tageswert, sondern noch einen überschüssigen Mehrwert, von dem
wir hier zunächst absehen, dem Produkt zusetzt. Nachdem die
Arbeitskraft für eine Woche zum Beispiel gekauft ist und gewirkt
hat, muß der Kauf beständig in den gewohnheitsmäßigen Terminen
erneuert werden. Das Aequivalent ihres Wertes, das die Arbeitskraft
während ihrer Funktion dem Produkt zusetzt und das mit der Zir-
kulation des Produkts in Geld verwandelt wird, muß aus Geld. be-
ständig in Arbeitskraft rückverwandelt werden oder beständig den
vollständigen. Kreislauf seiner Formen beschreiben, das heißt um-
schlagen, wenn der Kreislauf der kontinuierlichen Produktion nicht
unterbrochen werden soll.

Der in Arbeitskraft vorgeschossene Wertteil des produktiven
Kapitals geht also ganz auf das Produkt über (wir sehen hier fort-
während vom Mehrwert ab), beschreibt mit ihm die beiden der Zir-
kulationssphäre angehörigen Metamorphosen und bleibt durch diese
beständige Erneuerung stets dem Produktionsprozeß einverleibt. Wie
verschieden die Arbeitskraft sich also auch sonst, mit Bezug auf die
Wertbildung, zu den kein fixes Kapital bildenden Bestandteilen
des konstanten Kapitals verhält, diese Art des Umschlags ihres
Wertes hat sie mit ihnen gemein im Gegensatz zum fixen Kapital.
Diese Bestandteile des produktiven Kapitals — die in Arbeitskraft
und in nicht fixes Kapital bildenden Produktionsmitteln ausgelegten
Wertteile desselben — stehen durch diesen ihren gemeinschaftlichen
Charakter des Umschlags dem fixen Kapital als zirkulierendes
oder flüssiges Kapital gegenüber.

Wie man früher sah, ist das Geld, welches der Kapitalist dem Ar-
beiter für den Gebrauch der Arbeitskraft zahlt, in der Tat nur die
allgemeine Aequivalentform für die notwendigen Lebensmittel des
Arbeiters. Insofern besteht das variable Kapital stofflich aus Lebens-
mitteln. Aber hier, bei Betrachtung des Umschlags, handelt es sich
um die Form. Was der Kapitalist kauft, sind nicht die Lebensmittel
des Arbeiters, sondern seine Arbeitskraft selbst. Was den variablen
Teil seines Kapitals bildet, sind nicht die Lebensmittel des Arbeiters,
sondern seine sich betätigende Arbeitskraft. Was der Kapitalist pro-
duktiv im Arbeitsprozeß konsumiert, ist die Arbeitskraft selbst und
nicht die Lebensmittel des Arbeiters. Es ist der Arbeiter selbst, der
das für seine Arbeitskraft erhaltene Geld in Lebensmittel umsetzt,
um sie in Arbeitskraft rückzuverwandeln, um sich am Leben zu er-
halten, ganz wie zum Beispiel der Kapitalist einen Teil des Mehr-
werts der Ware, die er für Geld verkauft, in Lebensmittel für sich
selbst umsetzt, ohne daß man deswegen sagen wird, daß der Käufer
seiner Ware ihn in Lebensmitteln zahlt. Selbst wenn dem Arbeiter
ein Teil seines Lohnes in Lebensmitteln, in natura, gezahlt wird, so
ist dies heutzutage eine zweite Transaktion. Er verkauft seine Arbeits-
kraft für einen bestimmten Preis und es wird dabei akkordiert [ver-
einbart], daß er einen Teil dieses Preises in Lebensmitteln erhält.
Es ändert dies nur die Form der Zahlung, aber nicht, daß das, was