126

Zweiter Abschnitt
er wirklich verkauft, seine Arbeitskraft ist. Es ist eine zweite Trans-
aktion, die nicht mehr zwischen Arbeiter und Kapitalist, sondern
zwischen dem Arbeiter als Käufer von Ware und dem Kapitalisten
als Verkäufer von Ware vorgeht, während in der ersten Transaktion
der Arbeiter Verkäufer von Ware (seiner Arbeitskraft) und der Kapi-
talist ihr Käufer ist. Ganz wie wenn der Kapitalist seine Ware sich
durch Ware, zum Beispiel die Maschine, die er an die Eisenhütte
verkauft, durch Eisen ersetzen läßt. Es sind also nicht die Lebens-
mittel des Arbeiters, welche die Bestimmtheit des flüssigen Kapitals
im Gegensatz zum fixen Kapital erhalten. Es ist auch nicht seine Ar-
beitskraft, sondern es ist der in ihr ausgelegte Wertteil des produk-
tiven Kapitals, der durch die Form seines Umschlags diesen Cha-
rakter gemeinschaftlich mit einigen und im Gegensatz zu andern
Bestandteilen des konstanten Kapitalteils erhält.

Der Wert des flüssigen Kapitals — in Arbeitskraft und Produk-
tionsmitteln — ist vorgeschossen nur für die Zeit, während welcher das
Produkt fertiggemacht wird, je nach der Stufenleiter der Produktion,
welche mit dem Umfang des fixen Kapitals gegeben ist. Dieser Wert
geht ganz in das Produkt ein, kehrt also durch den Verkauf des Pro-
dukts ganz wieder aus der Zirkulation zurück und kann von neuem
vorgeschossen werden. Die Arbeitskraft und die Produktionsmittel,
worin der flüssige Kapitalbestandteil existiert, werden in dem Um-
fang, der für die Bildung und den Verkauf des fertigen Produkts
nötig ist, der Zirkulation entzogen, aber sie müssen beständig durch
Rückkauf, durch Rückverwandlung aus der Geldform in die Produk-
tionselemente, ersetzt und erneuert werden. Sie werden in geringeren
Massen als die Elemente des fixen Kapitals auf einmal dem Markt
entzogen, aber sie müssen ihm um so häufiger wieder entzogen werden,
und der Vorschuß des in ihnen ausgelegten Kapitals erneuert sich
in kürzeren Perioden. Diese beständige Erneuerung ist vermittelt
durch den beständigen Umsatz des Produkts, das ihren gesamten
Wert zirkuliert. Sie beschreiben endlich fortwährend den ganzen
Kreislauf der Metamorphosen, nicht nur ihrem Wert nach, sondern
auch in ihrer stofflichen Form; sie werden beständig rückverwandelt
aus Ware in die Produktionselemente derselben Ware.

Mit ihrem eigenen Wert setzt die Arbeitskraft dem Produkt be-
ständig Mehrwert zu, die Verkörperung unbezahlter Arbeit. Dieser
wird also ebenso beständig vom fertigen Produkt zirkuliert und in
Geld verwandelt wie dessen übrige Wertelemente. Hier jedoch, wo
es sich zunächst um den Umschlag des Kapitalwerts, nicht des gleich-
zeitig mit ihm umschlagenden Mehrwerts handelt. wird vor der Hand
von letzterem abgesehen.

Aus dem Bisherigen ergibt sich folgendes:

1. Die Formbestimmtheiten von fixem und flüssigem Kapital
entspringen nur aus dem verschiedenen Umschlag des im Produk-
tionsprozeß fungierenden Kapitalwerts oder produktiven Kapi-
tals. Diese Verschiedenheit des Umschlags entspringt ihrerseits