Achtes Kapitel

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aus der verschiedenen Weise, worin die verschiedenen Bestandteile
des produktiven Kapitals ihren Wert auf das Produkt übertragen,
aber nicht aus ihrem verschiedenen Anteil an der Produktion des
Produktwerts oder ihrem charakteristischen Verhalten im Verwer-
tungsprozeß. Die Verschiedenheit der Abgabe des Wertes an das
Produkt endlich — und daher auch die verschiedene Weise, worin
dieser Wert durch das Produkt zirkuliert und durch dessen Meta-
morphosen in seiner ursprünglichen Naturalform erneuert wird —
entspringt aus der Verschiedenheit der stofflichen Gestalten, worin
das produktive Kapital existiert und wovon ein Teil während der
Bildung des einzelnen Produkts ganz konsumiert, ein anderer nur
allmählich vernutzt wird. Es ist also nur das produktive Kapital,
das sich in fixes und flüssiges spalten kann. Dagegen existiert dieser
Gegensatz nicht für die beiden andern Daseinsweisen des industriellen
Kapitals, also weder für das Warenkapital noch für das Geldkapital
noch als Gegensatz beider gegen das produktive Kapital. Er existiert
nur für das produktive Kapital und innerhalb desselben.
Geldkapital und Warenkapital mögen noch so sehr als Kapital fun-
gieren und noch so flüssig zirkulieren, sie können erst dann flüssiges
Kapital im Gegensatz zu fixem werden, sobald sie sich in flüssige
Bestandteile des produktiven Kapitals verwandelt. Weil aber diese
beiden. Formen des Kapitals die Zirkulationssphäre behausen, hat
sich die Oekonomie seit A. Smith, wie wir sehen werden, ver-
leiten. lassen, sie mit dem flüssigen Teil des produktiven Kapitals
unter der Kategorie: zirkulierendes Kapital, zusammenzu werfen.
Sie sind in der Tat Zirkulationskapital im Gegensatz zum produk-
tiven, aber sie sind nicht zirkulierendes Kapital im Gegensatz zum
fixen.

2. Der Umschlag des fixen Kapitalbestandteils, also auch die
dazu nötige Umschlagszeit, umfaßt mehrere Umschläge der flüssigen
Kapitalbestandteile. In derselben Zeit, worin das fixe Kapital ein-
mal umschlägt, schlägt das flüssige Kapital mehrmals um. Der eine
Wertbestandteil des produktiven Kapitals erhält die Formbestimmt-
heit des fixen Kapitals nur, soweit das Produktionsmittel, worin er
existiert, nicht in dem Zeitraum abgenutzt wird, worin das Produkt
fertiggemacht und aus dem Produktionsprozeß als Ware abgestoßen
wird. Ein Teil seines Wertesmuß in der alten fortdauernden Gebrauchs-
form gebunden bleiben, während ein anderer von dem fertigen Pro-
dukt zirkuliert wird, dessen Zirkulation dagegen gleichzeitig den Ge-
samtwert der flüssigen Kapitalbestandteile zirkuliert.

3. Der im fixen Kapital ausgelegte Wertteil des produktiven
Kapitals ist ganz, auf einmal vorgeschossen worden für die ganze
Funktionsdauer desjenigen Teils der Produktionsmittel, woraus das
fixe Kapital besteht. Dieser Wert wird also auf einmal vom Kapita-
listen [in Geldform] in die Zirkulation geworfen; er wird aber der
Zirkulation nur stückweise und allmählich wieder entzogen durch die
Realisierung der Wertteile, die das fixe Kapital den Waren stückweise

Das ‚Kapital. II.