Achtes Kapitel

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daß das zur Instandhaltung erheischte Zusatzkapital fortwährend
vorgeschossen wird.

Anderseits ist es ebenso klar, daß der durch diese zuschüssige
Ausgabe von Kapital und Arbeit zugesetzte Wert nicht in den Preis
der Waren eingehen kann gleichzeitig mit der wirklichen Ausgabe.
Ein Spinner zum Beispiel kann diese Woche sein Garn nicht teurer
verkaufen als vorige Woche, weil ihm diese Woche ein Rad gebrochen
oder ein Riemen zerrissen ist. Die allgemeinen Kosten der Spinnerei
haben sich in keiner Weise verändert durch diesen Unfall in einer
einzelnen Fabrik. Hier, wie bei aller Wertbestimmung, bestimmt der
Durchschnitt. Die Erfahrung zeigt den durchschnittlichen Umfang
solcher Unfälle und der nötigen Erhaltungs- und Reparaturarbeiten
während der durchschnittlichen Lebensperiode des in einem bestimm-
ten Geschäftszweig angelegten fixen Kapitals. Diese Durchschnitts-
ausgabe wird verteilt auf die Durchschnitts-Lebensperiode und
wird in entsprechenden aliquoten Teilen auf den Preis des Produkts
geschlagen und daher durch den Verkauf desselben ersetzt.

Das Zuschußkapital, das so ersetzt wird, gehört zum flüssigen
Kapital, obgleich die Art der Auslage unregelmäßig ist. Da es von
der höchsten Wichtigkeit ist, sofort jedes Gebresten der Maschinerie
zu kurieren, so befindet sich bei jeder größeren Fabrik ein den eigent-
lichen Fabrikarbeitern aggregiertes [angegliedertes] Personal, In-
genieur, Schreiner, Mechaniker, Schlosser usw. Ihr Lohn bildet Teil
des variablen Kapitals, und der Wert ihrer Arbeit verteilt sich auf
das Produkt. Anderseits werden die in Produktionsmitteln
erheischten Ausgaben nach jener Durchschnittsrechnung bestimmt
und bilden nach dieser Rechnung fortwährend Wertteil des Produkts,
obgleich sie faktisch in unregelmäßigen Perioden vorgeschossen
werden und also auch in unregelmäßigen Perioden in das Produkt
respektive das fixe Kapital eingehen. Dies in eigentlichen Repara-
turen ausgelegte Kapital bildet in mancher Hinsicht ein Kapital
eigener Art, das weder unter flüssiges noch fixes Kapital zu rangieren
Feinzuordnen] ist, aber als unter die laufenden Ausgaben gehörig
mehr zum ersten zählt.

Die Art der Buchführung ändert natürlich nichts an dem wirk-
lichen Zusammenhang der Dinge, worüber Buch geführt wird. Es
ist aber wichtig zu bemerken, daß es in vielen Geschäftszweigen
Gewohnheit ist, die Reparaturkosten mit dem wirklichen Verschleiß
des fixen Kapitals in folgender Art zusammenzurechnen. Das vorge-
schossene fixe Kapital sei 10 000 Pfd. Sterl., seine Lebensperiode
15 Jahre; der jährliche Verschleiß ist dann 666?/3 Pfd. Sterl.
Nun wird aber der Verschleiß auf nur 10 Jahre berechnet, das heißt
dem Preis der produzierten Waren jährlich 1000 Pfd. Sterling zu-
geschlagen für Abnutzung des fixen Kapitals, statt 666°/2 Pfd. Sterl.;
das heißt, es werden 333';3s Pfad. Sterl. für KReparaturarbeit ete.
reserviert. (Die Zahlen 10 und. 15 sind nur beispielweise genommen.)
Soriel ist also im Durchschnitt an Reparatur verausgabt worden,