Zehntes Kapitel

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die zur zum Beispiel wöchentlichen. Produktion von Garn nötige
Baumwolle, Kohle ete. beständig in der Produktion des Wochen-
produkts ganz konsumiert wird, daher durch neue Exemplare von
Baumwolle, Kohle etc. ersetzt werden muß, also diese Elemente
des produktiven Kapitals, obgleich sie der Art nach identisch bleiben,
beständig aus neuen Exemplaren derselben Art bestehen, während
dieselbe individuelle Spinnmaschine, dasselbe individuelle Fabrik-
gebäude fortfährt, ohne Ersatz durch ein neues Exemplar seiner Art
zu einer ganzen Reihe von Wochenproduktionen mitzuwirken. Als
Elemente des produktiven Kapitals sind alle seine Bestandteile be-
ständig im Produktionsprozeß fixiert, denn er kann nicht ohne sie
vorgehen. Und alle Elemente des produktiven Kapitals, fixe wie
flüssige, stehen gleichmäßig als produktives Kapital dem Zirkulations-
kapital, das heißt dem Warenkapital und Geldkapital gegenüber.

Ebenso verhält es sich mit der Arbeitskraft. Ein Teil des produk-
tiven Kapitals muß beständig in ihr fixiert sein, und es sind dieselben
identischen Arbeitskräfte wie dieselben Maschinen, die überall auf
längere Zeit von demselben Kapitalisten verwandt werden. Der
Unterschied zwischen ihnen und den Maschinen besteht hier nicht
darin, daß die Maschine ein für allemal gekauft ist (was auch nicht
der Fall, wenn sie zum Beispiel in Terminen abbezahlt wird), der
Arbeiter nicht —, sondern darin, daß die Arbeit, die dieser veraus-
gabt, ganz in den Wert des Produkts eingeht, dagegen der Wert
der Maschine nur bruchweise.,

Smith verwechselt verschiedene Bestimmungen, wenn er vom
zirkulierenden Kapital sagt im Gegensatz zum fixen: „Das Kapital,
das in dieser Weise verwendet wird, wirft seinem Besitzer kein Ein-
kommen oder Gewinn ab, solange es entweder in seinem Besitz bleibt
oder in derselben Form verharrt.‘““2%%£ Er stellt die nur formelle
Metamorphose der Ware, die das Produkt, das Warenkapital, in
der Zirkulationssphäre durchläuft, und die den Händewechsel
der Waren vermittelt, auf gleiche Stufe mit der körperlichen Meta-
morphose, welche die verschiedenen Elemente des produktiven Ka-
pitals während des Produktionsprozesses durchlaufen. Verwandlung
von Ware in Geld und von Geld in Ware, Kauf und Verkauf, wirft er
hier ohne weiteres zusammen mit Verwandlung von Produktions-
elementen in Produkt. Sein Beispiel für das zirkulierende Kapital
ist das Kaufmannskapital, das sich aus Ware in Geld, aus Geld in
Ware verwandelt — der der Warenzirkulation angehörige Formwech-
sel W— G — W. Dieser Formwechsel innerhalb der Zirkulation hat
aber für das fungierende industrielle Kapital die Bedeutung, daß die
Waren, worin das Geld rückverwandelt wird, Produktionselemente
(Arbeitsmittel und Arbeitskraft) sind, daß er also die Kontinuität

2g ‚The capital employed in this manner yields no revenue or profit
to its employer, while it either remains in his possession or continues in
the same shape.‘