Zehntes Kapitel

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oder allmählich durch den Verkauf desselben ersetzt wird, kann
nur die Art und die Zeit des Ersatzes ändern; in keinem Fall aber
das beiden Gemeinschaftliche — den Wertersatz — in Schöpfung
von Mehrwert verwandeln. Es liegt hier zugrunde die gewöhnliche
Vorstellung, daß der Mehrwert, weil er erst durch den Verkauf des
Produkts, durch seine Zirkulation realisiert wird, nur aus dem Ver-
kauf, aus der Zirkulation entspringe. In der Tat ist die verschiedene
Entstehungsweise des Profits hier nur falsche Phrase dafür, daß
die verschiedenen Elemente des produktiven Kapitals verschieden
dienen, als produktive Elemente verschieden im Arbeitsprozeß
wirken. Schließlich wird der Unterschied nicht aus dem Arbeits-
respektive Verwertungsprozeß, aus der Funktion des produktiven
Kapitals selbst abgeleitet, sondern soll nur subjektiv gelten für den
einzelnen Kapitalisten, dem der eine Kapitalteil in dieser, der andere
in jener Weise nützlich sei.

Dagegen hatte Quesnay die Unterschiede aus dem Reproduktions-
prozeß und seinen Notwendigkeiten selbst hergeleitet. Damit dieser
Prozeß kontinuierlich sei, muß aus dem Wert des jährlichen Produkts
der Wert der jährlichen Vorschüsse jährlich ganz ersetzt werden,
dagegen der Wert des Anlagekapitals nur stückweise, so daß er erst
in einer Reihe von zum Beispiel zehn Jahren ganz ersetzt und daher
ganz reproduziert (durch neue Exemplare derselben Art ersetzt)
werden muß. A. Smith fällt also tief unter Quesnay zurück.

Es bleibt so bei A. Smith für die Bestimmung des fixen Kapitals
durchaus nichts übrig, als daß es Arbeitsmittel sind, die ihre Gestalt
nicht im Produktionsprozeß ändern und fortfahren, bis zu ihrer
Abnutzung in der Produktion zu dienen, gegenüber den Produkten,
zu deren Bildung sie mithelfen. Es wird vergessen, daß alle Elemente
des produktiven Kapitals beständig in ihrer Naturalform (als Arbeits-
mittel, Materialien und Arbeitskraft) dem Produkt und dem als
Ware zirkulierenden Produkt gegenüberstehen, und daß der Unter-
schied des aus Materialien und Arbeitskraft bestehenden Teils
von dem aus Arbeitsmitteln bestehenden Teil nur darin liegt, mit
Bezug auf die Arbeitskraft: daß sie stets neu gekauft wird (nicht
für ihre Dauer gekauft wird wie die Arbeitsmittel); in Bezug auf die
Materialien: daß nicht dieselben identischen, sondern stets neue
Exemplare derselben Art im Arbeitsprozeß fungieren. Es wird zu-
gleich der falsche Schein hervorgebracht, als ob der Wert des fixen
Kapitals nicht auch zirkuliere, obgleich A. Smith natürlich den Ver-
schleiß des fixen Kapitals als Teil des Produktenpreises früher
entwickelt hat.

Bei dem zirkulierenden Kapital als Gegensatz zum fixen wird
nicht. hervorgehoben, daß es diesen Gegensatz nur hat als derjenige
Bestandteil des produktiven Kapitals, der ganz aus dem Wert
des Produkts ersetzt werden und dessen Metamorphosen daher ganz
mitmachen muß, während dies bei dem fixen Kapital nicht der
Fall. Es wird vielmehr zusammengeworfen mit den Gestalten, die