Zehntes Kapitel.

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behält, und bei dem andern, indem er es weggibt. Der Preis oder
Wert seines Arbeitsviehs ist ein fixes Kapital (hier wieder das Rich-
tige, daß es der Wert ist, worauf sich der Unterschied bezieht, nicht
das stoffliche Element), in derselben Weise wie der der Wirtschafts-
geräte; dessen (des Arbeitsviehs) Erhaltungsmittel bilden ein zir-
kulierendes Kapital in derselben Art wie die des Gesindes. Der
Pächter erzielt seinen Profit, indem er seine Arbeitstiere behält und
ihre Unterhaltungsmittel weggibt. (Der Pächter behält das Futter
des Viehs, verkauft es nicht. Er verbraucht es als Viehfutter, während
er das Vieh selbst als Arbeitsinstrument verbraucht. Der Unter-
schied ist nur der: Das Viehfutter, das in die Erhaltung des Arbeits-
viehs eingeht, wird ganz aufgezehrt und muß beständig durch
neues Viehfutter aus dem Ackerbauprodukt oder seinem Verkauf
ersetzt werden; das Vieh selbst wird nur ersetzt im Maß, wie jedes
Stück der Reihe nach arbeitsunfähig wird.) Sowohl der Preis wie
die Erhaltungskosten des. Viehs, das gekauft und gemästet wird
nicht für die Arbeit, sondern zum Verkauf, sind ein zirkulierendes
Kapital. Der Pächter macht seinen Gewinn, indem er es weggibt.
(Jeder Warenproduzent, also auch der kapitalistische, verkauft sein
Produkt, das Resultat seines Produktionsprozesses, weswegen aber
dies Produkt weder fixen noch flüssigen Bestandteil seines produk-
tiven Kapitals bildet. Es besteht jetzt vielmehr in einer Form,
worin es aus dem Produktionsprozeß ausgestoßen ist und als Waren-
kapital fungieren muß. Das Mastvieh fungiert im Produktions-
prozeß als Rohmaterial, nicht als Instrument wie das Arbeitsvieh.
Es geht daher als Substanz in das Produkt ein, und sein ganzer Wert
geht in dasselbe ein wie der der Hilfsstoffe (sein Futter). Daher
ist es flüssiger Teil des produktiven Kapitals, nicht weil das ver-
kaufte Produkt — das Mastvieh — hier dieselbe Naturalform hat
wie der Rohstoff, das noch nicht gemästete Vieh. Dies ist zufällig.
Zugleich hätte aber Smith aus diesem Beispiel sehen können, daß es
nicht die dingliche Gestalt des Produktionselements ist, was dem
in ihm steckenden Wert die Bestimmung fix und flüssig gibt, sondern
seine Funktion innerhalb des Produktionsprozesses.) Der ganze
Wert des Saatgetreides ist ebenfalls eigentlich ein fixes Kapital,
Obgleich es zwischen dem Acker und der Scheune hin und her geht,
wechselt es niemals die Besitzer und zirkuliert deshalb nicht wirklich.
Der Pächter erzielt seinen Gewinn nicht durch seinen Verkauf,
sondern durch seine Vermehrung.‘ 231
231 „That part of the capital of the farmer which is employed in the
implements of agriculture is a fixed, that which is employed in the wages
and maintenance of his labouring servants is a circulating capital. He
makes a profit of the one by keeping it in his own possession, and of the
other by parting with it. The price or value of his labouring cattle is a
fixed. capital, in the same manner as that of the instruments of husbandry.
their maintenance is a circulating capital, in the same way as that of the
labouring servants. The farmer makes his profit by keeping the labouring

Das Kapital. II.