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Zweiter Abschnitt
In jeder nicht auf unmittelbaren Selbstbedarf gerichteten Pro-
duktion muß das Produkt als Ware zirkulieren, das heißt verkauft
werden, nicht um daraus einen Profit zu machen, sondern damit
der Produzent überhaupt leben kann. Bei der kapitalistischen
Produktion kommt hinzu, daß mit dem Verkauf der Ware auch
der Mehrwert, der in ihr steckt, realisiert wird. Das Produkt tritt
als Ware aus dem Produktionsprozeß heraus, ist also weder fixes
noch flüssiges Element desselben.

Uebrigens hebt Smith sich hier selbst auf. Die fertigen Produkte,
welches immer ihre stoffliche Gestalt oder ihr Gebrauchswert, ihr
Nutzeffekt, sind hier alle Warenkapital, also Kapital in einer dem
Zirkulationsprozeß angehörigen Form. Als in‘ dieser Form befind-
lich, bilden sie keine Bestandteile des etwaigen‘ produktiven
Kapitals ihres Eigners; was durchaus nicht verhindert, daß, sobald
sie verkauft sind, sie in der Hand ihres Käufers Bestandteile von
produktivem Kapital werden, sei es flüssige oder fixe. Es zeigt
sich hier, daß dieselben Dinge, die zu einer Zeit als Warenkapital
im Gegensatz zum produktiven Kapital auf dem Markt auftreten
— sobald sie dem Markt entzogen sind, als flüssige oder fixe
Bestandteile des produktiven .Kapitals fungieren oder auch nicht
fungieren können.

Das Produkt des Baumwollspinners — Garn — ist die Waren-
Form seines Kapitals, Warenkapital für ihn. Es kann nicht wieder
als Bestandteil seines produktiven Kapitals fungieren, weder als
Arbeitsmaterial noch als Arbeitsmittel. Aber in der Hand des
Webers, der es kauft, wird es dem produktiven Kapital desselben
als einer seiner flüssigen Bestandteile einverleibt, Für den Spinner
ist das Garn aber Träger des Wertes eines Teils sowohl seines fixen
als seines flüssigen Kapitals (vom Mehrwert abgesehen). So ist eine
Maschine als Produkt des Maschinenfabrikanten Warenform seines
Kapitals, Warenkapital für ihn; und solange sie in dieser Form ver-
harrt, ist sie weder flüssiges noch fixes Kapital. Verkauft an einen sie
verwendenden Fabrikanten, wird sie fixer Bestandteil eines produk-
tiven Kapitals. Selbst wenn seiner Gebrauchsform nach das Produkt
teilweise wieder als Produktionsmittel in den Prozeß eingehen kann,
aus dem es herkam, wie zum Beispiel Kohle in die Kohlenproduk-
tion, so repräsentiert gerade der für den Verkauf bestimmte Teil
des Kohlenprodukts weder flüssiges noch fixes Kapital, sondern
Warenkapital. .

Anderseits kann das Produkt seiner Gebrauchsform nach durch-
aus unfähig sein, irgendein Element‘ des produktiven Kapitals zu
bilden, sei es als Arbeitsmaterial oder als Arbeitsmittel. Zum Beispiel
irgendein Lebensmittel. Nichtsdestoweniger ist es Warenkapital für
seinen Produzenten, Wertträger sowohl des fixen wie des Äüssigen
Kapitals, und des einen oder des andern, je nachdem das in seiner
Produktion angewandte Kapital ganz oder teilweise ersetzt werden
muß, seinen Wert ganz oder teilweise auf es übertragen hat. ‘