L70

Zweiter Abschnitt
avances primitives, Anderseits erscheint bei ihnen als Bestandteil
des vom Pächter angewandten produktiven Kapitals nicht die
Arbeitskraft selbst, sondern die den Landarbeitern gegebenen Lebens-
mittel (der Lebensunterhalt der Arbeiter, wie Smith sagt). Dies
hängt genau mit ihrer spezifischen Doktrin [ihnen eigentümlichen
Lehre] zusammen. Der Wertteil, den die Arbeit dem Produkt zusetzt
(ganz wie der Wertteil, den Rohmaterial, Arbeitsinstrumente etc.;
kurz die stofflichen Bestandteile des konstanten Kapitals dem Pro-
dukt zusetzen), ist nämlich bei ihnen nur gleich dem Wert der den
Arbeitern gezahlten und zur Erhaltung ihrer Funktion als Arbeits-
kräfte notwendig zu verzehrenden Lebensmittel. Den Unterschied
von konstantem Kapital und variablem Kapital zu entdecken, ist
ihnen durch ihre Doktrin selbst versagt. Ist es die Arbeit, welche den
Mehrwert produziert (außer der Reproduktion ihres eigenen Preises),
so produziert sie ihn in der Industrie so gut wie im Ackerbau. Da sie
ihn aber nach dem System nur in dem einen Produktionszweig, dem
Ackerbau, produziert, so entspringt er nicht aus ihr, sondern aus der
besonderen Tätigkeit (Mithilfe) der Natur in diesem Zweige. Und nur
deswegen heißt ihnen die Ackerbauarbeit produktive Arbeit im
Unterschied von den andern Arbeitsarten.

A. Smith bestimmt die Lebensmittel der Arbeiter als zirkulieren-
des Kapital im Gegensatz zum fixen

1. weil er das flüssige Kapital im Gegensatz zum fixen ver:
wechselt mit den der Zirkulationssphäre angehörigen Formen des
Kapitals, mit dem Zirkulationskapital; eine Verwechslung, die sich
nach ihm kritiklos fortgeerbt hat. Er verwechselt daher das Waren-
kapital mit dem flüssigen Bestandteil des produktiven Kapitals, und
da versteht es sich von selbst, daß, wo das gesellschaftliche Produkt
die Form der Ware annimmt, die Lebensmittel der Arbeiter wie die
der Nichtarbeiter, die Materialien wie die Arbeitsmittel selbst aus
dem Warenkapital geliefert werden müssen.

2. Aber auch die physiokratische Vorstellung läuft bei Smith
unter, obgleich sie dem esoterischen — wirklich wissenschaftlichen —
Teil seiner eigenen Entwicklung widerspricht.

Das vorgeschossene Kapital wird überhaupt umgesetzt in pro-
duktives Kapital, das heißt, es nimmt die Gestalt von Produktions:
elementen an, die selbst Produkt früherer Arbeit sind. (Darunter die
Arbeitskraft.) Nur in dieser Form kann es innerhalb des Produktions-
prozesses fungieren. Setzt man nun statt der Arbeitskraft selbst,
worin sich der variable Teil des Kapitals umgesetzt hat, die Lebens-
mittel des Arbeiters, 8o ist es klar, daß diese Lebensmittel als solche
sich in Beziehung auf Wertbildung nicht von den andern Elementen
des produktiven Kapitals unterscheiden, von den Rohmaterialien
und von den Lebensmitteln des Arbeitsviehs, womit Smith, nach
Vorgang der Physiokraten, sie daher auch in einer vorher zitierten
Stelle auf eine Stufe stellt. Die Lebensmittel können nicht selbst
ihren Wert verwerten oder ihm einen Mehrwert zusetzen. Ihr Wert