Zehntes Kapitel

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wie der der andern Elemente des produktiven Kapitals kann nur im
Wert des Produkts wieder erscheinen. Sie können ihm nicht mehr
Wert zusetzen als sie selbst besitzen. Sie unterscheiden sich, wie
Rohmaterial, Halbfabrikat ete., nur dadurch vom fixen Kapital,
das aus Arbeitsmitteln besteht, daß sie (für den Kapitalisten wenig-
stens, der sie zahlt) ganz verzehrt werden in dem Produkt, in dessen
Bildung sie eingehen, ihr Wert daher ganz ersetzt werden muß, was
bei dem fixen Kapital nur allmählich, stückweise geschieht. Der in
Arbeitskraft (respektive den Lebensmitteln des Arbeiters) vorge-
schossene Teil des produktiven Kapitals unterscheidet sich jetzt also
nur stofflich, nicht mit Bezug auf den Arbeits- und Verwertungs-
prozeß von den übrigen stoffichen Elementen des produktiven
Kapitals. Er unterscheidet sich nur als mit einem Teil der objektiven
Produktbildner (materials |Materialien] sagt Smith allgemein) in die
Kategorie des zirkulierenden Kapitals fallend, im Gegensatz zu
einem andern Teil der objektiven Produktbildner, der unter die
Kategorie des fixen Kapitals fällt.

Daß der in Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals zum flüssigen
Teil des produktiven Kapitals gehört, die Flüssigkeit gemein hat im
Gegensatz zum fixen Bestandteil des produktiven Kapitals mit
einem Teil der gegenständlichen Produktbildner, den Rohstoffen ete.,
hat absolut nichts zu tun mit der Rolle, welche dieser variable Teil
des Kapitals im Gegensatz zum konstanten im Verwertungsprozeß
spielt. Es bezieht sich nur darauf, wie dieser Teil des vorgeschossenen
Kapitalwerts aus dem Wert des Produkts vermittels der Zirkulation
ersetzt, erneuert, also reproduziert werden muß. Der Kauf und
Wiederkauf der Arbeitskraft gehört dem Zirkulationsprozeß an. Aber
erst innerhalb des Produktionsprozesses verwandelt sich der in
Arbeitskraft ausgelegte Wert (nicht für den Arbeiter, sondern für den
Kapitalisten) aus einer bestimmten, konstanten, in eine variable
Größe, und dadurch wird überhaupt erst der vorgeschossene Wert in
Kapitalwert, in Kapital, in sich verwertenden Wert verwandelt.
Dadurch aber, daß wie bei Smith nicht der in Arbeitskraft ausgelegte
Wert als flüssiger Bestandteil des produktiven Kapitals bestimmt
wird, sondern der in den Lebensmitteln des Arbeiters ausgelegte
Wert, wird das Begreifen des Unterschieds von variablem und kon-
stantem Kapital, also das Begreifen des kapitalistischen Produktions-
prozesses überhaupt unmöglich gemacht. Die Bestimmung dieses
Kapitalteils, variables Kapital zu sein im Gegensatz zu dem in
gegenständlichen Produktbildnern ausgelegten konstanten Kapital,
wird begraben unter der Bestimmung, daß der in Arbeitskraft aus-
gelegte Kapitalteil mit Bezug auf den Umschlag zum flüssigen Teil
des produktiven Kapitals gehört. Das Begräbnis wird vollständig
gemacht, indem an Stelle der Arbeitskraft die Lebensmittel des
Arbeiters als Element des produktiven Kapitals aufgezählt werden.
Ob der Wert der Arbeitskraft in Geld oder direkt in Lebensmitteln
vorgeschossen wird, ist gleichgültig. Obgleich natürlich das