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Zweiter Abschnitt
letztere auf Basis der kapitalistischen Produktion hur Ausnahme
sein kann. %

Dadurch, daß so die Bestimmung des zirkulierenden Kapitals
durch A, Smith als das Entscheidende für den in Arbeitskraft aus-
gelegten. Kapitalwert fixiert wurde — diese physiokratische Bestim-
mung ohne die Voraussetzung der Physiokraten —, hat Smith bei
seinen Nachfolgern glücklich die Erkenntnis des in Arbeitskraft aus-
gelegten Kapitalteils als variablen unmöglich gemacht. Die tieferen
und richtigen Entwicklungen, die er anderswo selbst gegeben, siegten
nicht, wohl aber dieser sein Verstoß. Ja, spätere Schriftsteller sind
weiter gegangen, sie haben es nicht nur zur entscheidenden Bestim-
mung des in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalteils gemacht, zirku-
lierendes — im Gegensatz zu fixem — Kapital zu sein, sie haben es
zur wesentlichen Bestimmung des zirkulierenden Kapitals gemacht;
in Lebensmitteln für die Arbeiter ausgelegt zu werden. Daran schloß
sich naturgemäß die Lehre von dem aus notwendigen Lebensmitteln
bestehenden Arbeitsfonds als einer gegebenen Größe, welhee einerseits
die Grenzen des Anteils der Arbeiter am gesellschaftlichen Produkt
physisch beschränkt, anderseits aber auch im Ankauf von Arbeits-
kraft seinem [des Arbeitsfonds] ganzen Umfang nach verausgabt
werden muß.

Elftes Kapitel.
Theorien über fixes und zirkulierendes Kapital.
Ricardo.
Ricardo führt den Unterschied zwischen fixem und zirkulieren-
dem Kapital nur auf, um die Ausnahmen der Wertregel darzustellen,
nämlich solche Fälle, wo die Rate des Arbeitslohnes auf die Preise
wirkt. Darauf kommen wir erst in Buch III zu sprechen.

Die ursprüngliche Unklarheit zeigt sich aber von vornherein in
der gleichgültigen Nebeneinanderstellung: „Dieser Unterschied im
Grad der Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals und dieser Wechsel in
den Verhältnissen, worin beide Kapitalarten kombiniert sein können.‘ 25

Fragen wir nun, welches die beiden Kapitalarten sind, so hören
wir: „Auch die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unter-
% Wie sehr A. Smith sich selbst den Weg versperrt hat zum Verständnis
der Rolle der Arbeitskraft im Verwertungsprozeß, beweist folgender Satz,
der die Arbeit der Arbeiter nach physiokratischer Weise mit der des Arbeits-
viehs auf gleiche Stufe stellt: „Nicht nur sein (des Pächters) Arbeitsgesinde,
sondern auch sein Arbeitsvieh sind produktive Arbeiter.“ („Not only his [the
farmer’s] labouring servants but his labouring cattle are produetive labou-
rers.‘““ (B.ITI, ch.V, p.243.)

25 „This difference in the degree of durability of fixed capital, and this
variety in theproportions in which thetwo sorts of capital may be combined.“
(„„Prineiples‘‘, ch. I, p. 25.)