Elftes Kapitel

halten soll, und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie und
Gebäuden angelegt ist, können verschieden kombiniert sein,‘ 2 Also
fixes Kapital gleich Arbeitsmitteln, und zirkulierendes Kapital gleich
Kapital, das in Arbeit ausgelegt ist. Kapital, das die Arbeit unter-
halten soll, ist schon ein abgeschmackter, aus A. Smith herüberge-
nommener Ausdruck. Das zirkulierende Kapital wird. hier einerseits
zusammengeworfen mit dem variablen Kapital, das heißt mit dem in
Arbeit ausgelegten Teil des produktiven Kapitals. Anderseits aber,
weil der Gegensatz nicht aus dem Verwertungsprozeß geschöpft ist —
konstantes und variables Kapital —, sondern aus dem Zirkulations-
prozeß (die alte Smithsche Konfusion), kommen doppelt falsche Be-
stimmungen heraus.

1. Die Differenzen im Grad der Dauerhaftigkeit des fixen
Kapitals und die Verschiedenheiten der Kapitalzusammensetzung aus
konstantem und variablem Kapital werden als gleichwertig gefaßt.
Der letztere Unterschied aber bestimmt den Unterschied in der Pro-
duktion des Mehrwerts; der erste dagegen, soweit der Verwertungs-
prozeß in Betracht kommt, bezieht sich nur auf die Art und Weise,
wie ein gegebener Wert vom Produktionsmittel auf das Produkt
übertragen wird; soweit der Zirkulationsprozeß in Betracht kommt,
betrifft er nur die Periode der Erneuerung des ausgelegten Kapitals,
oder anders betrachtet, die Zeit, für welche es vorgeschossen ist. Wenn
man, statt das innere Getriebe des kapitalistischen Produktionspro-
zesses zu durchschauen, sich auf den Standpunkt der fertigen Phä-
nomene stellt, so fallen diese Unterschiede in der Tat zusammen.
Bei der Verteilung des gesellschaftlichen Mehrwerts unter die in ver-
schiedenen Betriebszweigen angelegten Kapitale wirken Differenzen
in den verschiedenen Zeiträumen, wofür Kapital vorgeschossen. wird
(also zum Beispiel die verschiedene Lebensdauer bei fixem Kapital),
und verschiedene organische Zusammensetzungen des Kapitals ?* (also
auch die verschiedene Zirkulation von konstantem und variablem
Kapital) gleichmäßig mit bei Ausgleichung. der allgemeinen Profit-
rate und bei Verwandlung der Werte in Produktionspreise.

2. Vom Standpunkt des Zirkulationsprozesses stehen auf der
einen Seite die Arbeitsmittel: fixes Kapital, auf der andern Seite
Arbeitsmaterial und Arbeitslohn: flüssiges Kapital. Dagegen vom
Standpunkt des Arbeits- und Verwertungsprozesses stehen auf der
einen Seite: Produktionsmittel (Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial),
konstantes Kapital; auf der andern Seite Arbeitskraft, variables
Kapital. Für die organische Zusammensetzung des Kapitals ist es

% „Theproportions, too, in which the capital that is tosupportlabour, and
the capital that is invested in tools, machinery, and buildings, may be
variously combined.“ (l. c.)

20 Ueber den Begriff der organischen Zusammensetzung des Kapitals
vgl. Buch I des „Kapital‘“ (Kapitel XXIII, I, V. 8.548, 549. In der 2. Auf-
lage steht der darüber handelnde Passus in anderer Form im 2, Abschnitt
des Kapitel XXIII, S. 647). K.