Elftes: Kapitel

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Doch selbst innerhalb dieser beschränkten Untersuchung begeht er
infolge der Verwechslung von fixem und zirkulierendem Kapital mit
konstantem und variablem die größten Irrtümer und geht in der Tat
von einer ganz falschen Basis der Untersuchung aus. Es werden also
L. soweit der in Arbeitskraft ausgelegte Wertteil des Kapitals unter
die Rubrik des zirkulierenden Kapitals zu subsumieren [zusammen-
zufassen] ist, die Bestimmungen des zirkulierenden Kapitals selbst
falsch entwickelt und speziell die Umstände, die den in Arbeit aus-
gelegten Kapitalteil unter diese Rubrik subsumieren. 2. Es findet
Verwechslung statt zwischen der Bestimmung, wonach der in Arbeit
ausgelegte Kapitalteil variabel, und derjenigen, wonach er zirku-
lierend im Gegensatz zum fixen Kapital ist.

Es ist von vornherein klar, daß die Bestimmung des in Arbeits-
kraft ausgelegten Kapitals als zirkulierend oder flüssig eine sekundäre
Bestimmung [Bestimmung von untergeordneter Bedeutung] ist,
worin seine differentia specifica im Produktionsprozeß ausgelöscht
ist; denn in dieser Bestimmung sind einerseits die in Arbeit und die
in Rohstoffen etc. ausgelegten Kapitale gleichwertig; eine Rubrik,
die einen Teil des konstanten Kapitals identifiziert mit dem variablen
Kapital, hat es nicht mit der differentia specifica des variablen
Kapitals im Gegensatz zum konstanten zu tun. Anderseits werden
zwar die in Arbeit und die in Arbeitsmitteln ausgelegten Kapital-
teile einander entgegengesetzt, aber keineswegs mit Bezug darauf,
daß sie in ganz verschiedener Weise in die Produktion des Wertes
eingehen, sondern mit Bezug darauf, daß von beiden ihr gegebener
Wert auf das Produkt übertragen wird, nur in verschiedenen Zeit-
räumen.

Es handelt sich in allen diesen Fällen darum, wie ein gegebener
Wert, der im Produktionsprozeß der Ware ausgelegt wird, sei es
Arbeitslohn, Preis des Rohstoffs oder Preis der Arbeitsmittel, auf
das Produkt übertragen, daher durch das Produkt zirkuliert und
durch seinen Verkauf zu seinem Ausgangspunkt zurückgeführt oder
ersetzt wird. Der einzige Unterschied besteht hier in dem „wie“,
in der besonderen Art und Weise der Uebertragung und daher auch
der Zirkulation dieses Wertes.

Ob der in jedem Fall kontraktlich vorher bestimmte Preis der
Arbeitskraft in Geld oder Lebensmitteln gezahlt wird, ändert nichts
an. seinem Charakter, ein bestimmter gegebener Preis zu sein. Indes
ist bei dem in Geld gezahlten Arbeitslohn evident [offenbar], daß
nicht das Geld selbst in den Produktionsprozeß eingeht, in derselben
Weise, wie nicht nur der Wert, sondern auch der Stoff der Produk-
tionsmittel in den Produktionsprozeß eingeht. Werden dagegen die
Lebensmittel, die der Arbeiter mit seinem Lohn kauft, direkt als
stoffliche Gestalt des zirkulierenden Kapitals mit den Rohstoffen etc.
unter eine Rubrik und den Arbeitsmitteln entgegen gestellt, so
gibt dies der Sache einen andern Schein. Wenn der Wert dieser
Dinge, der Produktionsmittel, im Arbeitsprozeß auf das Produkt