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Zweiter Abschnitt
übertragen. wird, so erscheint der Wert jener andern Dinge, der
Lebensmittel, in der Arbeitskraft, die sie verzehrt, wieder und wird
durch Betätigung derselben ebenfalls auf das Produkt übertragen.
Es handelt sich in allem diesem gleichmäßig um das bloße Wieder-
erscheinen der während der Produktion vorgeschossenen Werte im
Produkt. (Die Physiokraten nahmen dies ernsthaft und leugneten
daher, daß die industrielle Arbeit Mehrwert schaffe.) So in der be-
reits zitierten Stelle von Wayland: „Es kommt nicht darauf an, in
welcher Form das Kapital wieder erscheint.... die verschiedenen
Arten der Nahrung, Kleidung und Wohnung, die für das Dasein und
Wohlbefinden des Menschen nötig sind, werden auch verändert. Sie
werden im Lauf der Zeit verzehrt und ihr Wert erscheint wieder in
der neuen Kraft, die sie Körper und Geist mitteilen, und erzeugt so
neues Kapital zur Anwendung im Produktionsprozeß.““ („Elements
of Political Economy“, p. 31, 32; [zitiert in „Kapital“, Buch I,
Kapitel VI, 2. Auflage, S.197, V. S.161, Note 25.]) Die der Produktion
in Gestalt von Produktionsmitteln und Lebensmitteln vorgeschossenen
Kapitalwerte erscheinen hier glei chmäßig im Wert des Produkts
wieder. Damit ist denn die Verwandlung des kapitalistischen Produk-
tionsprozesses in ein vollständiges Mysterium glücklich vollbracht und
der Ursprung des im Produkt vorhandenen Mehrwerts . gänzlich
dem Blick entrückt.
Ferner vollendet sich damit der der bürgerlichen Oekonomie
eigentümliche Fetischismus 288 der den gesellschaftlichen, ökonomi-
sehen Charakter, welchen Dinge im gesellschaftlichen Produktions-
prozeß aufgeprägt erhalten, in einen natürlichen, aus der stofflichen
Natur dieser Dingeentspringenden Charakter verwandelt. Zum Beispiel
Arbeitsmittel sind fixes Kapital — eine scholastische Bestimmung,
die zu Widersprüchen und Konfusion führt. Ganz wie beim Arbeits-
prozeß (Buch I, Kapitel V) nachgewiesen wurde, daß es ganz von der
jedesmaligen Rolle abhängt, welche die gegenständlichen Bestandteile
in einem bestimmten Arbeitsprozeß spielen, von ihrer Funktion, ob sie
alsArbeitsmittel, Arbeitsmaterial oder Produkt f ungieren— ganz eben-
so sind Arbeitsmittel nur da fixes Kapital, wo der Produktionsprozeß
überhaupt kapitalistischer Produktionsprozeß und daher die Produk-
tionsmittel überhaupt Kapital sind, die ökonomische Bestimmtheit,
den gesellschaftlichen Charakter von Kapital besitzen; und zweitens
sind sie fixes Kapital nur, wenn sie ihren Wert in einer besonderen
Weise auf das Produkt übertragen. Wenn nicht, bleiben sie Arbeits-
mittel, ohne fixes Kapital zu sein. Ebenso Hilfsstoffe, wie Dünger,
wenn sie in derselben besonderen Art Wert abgeben wie der größte
Teil der Arbeitsmittel, werden fixes Kapital, obgleich sie keine Ar-
beitsmittel sind. Es handelt sich hier nicht um Definitionen [Be-
griffsbestimmungen], unter welchen die Dinge subsumiert werden. Es
282 Vgl. über diesen Fetischiemus „Kapital“, Buch I, Kapitel 1, 2. Aufl:
5.49, V. 8.36. EK.