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man später sehen wird, gleichen sich alle Verschiedenheiten im
Umschlag aus. Für den Arbeiter nicht.

Während in den meisten Zweigen der eigentlichen Industrie, des
Bergbaus, des Transports usw. der Betrieb ein gleichmäßiger ist,
gleichmäßige Arbeitszeit jahraus, jahrein gearbeitet wird und, von
Preisschwankungen, Geschäftsstörungen etc. als von anormalen
Unterbrechungen abgesehen, die Auslagen für das in den täglichen
Zirkulationsprozeß eingehende Kapital sich gleichmäßig verteilen,
während ebenfalls, bei sonst gleichbleibenden Marktverhältnissen,
auch der Rückfluß des zirkulierenden Kapitals oder seine Erneuerung
das Jahr hindurch in gleichmäßigen Perioden sich verteilt, findet
in den Kapitalauslagen, wo die Arbeitszeit nur einen Teil der Produk-
tionszeit bildet, im Laufe der verschiedenen Perioden des Jahres die
größte Ungleichmäßigkeit in der Auslage von zirkulierendem Kapital
statt, indes der Rückfluß nur auf einmal zu der durch Naturbedin-
gungen fixierten Zeit erfolgt. Bei gleicher Stufenleiter des Geschäfts,
das heißt bei gleicher Größe des vorgeschossenen zirkulierenden
Kapitals, muß es daher in größeren Massen auf einmal und auf längere
Zeit vorgeschossen werden als in den Geschäften mit kontinuier-
lichen Arbeitsperioden. Die Lebensdauer des fixen Kapitals unter-
scheidet sich hier auch bedeutender von der Zeit, worin es wirklich
produktiv fungiert. Mit der Differenz von Arbeitszeit und Produk-
tionszeit wird natürlich auch die Gebrauchszeit des angewandten
fixen Kapitals auf längere oder kürzere Zeit fortwährend unter-
brochen, wie zum Beispiel im Ackerbau bei Arbeitsvieh, Geräten
und Maschinen. Soweit dies fixe Kapital aus Arbeitstieren besteht,
erheischt es fortwährend dieselben oder fast dieselben Ausgaben in
Futter etc. wie während der Zeit, worin es arbeitet. Bei toten
Arbeitsmitteln verursacht auch der Nichtgebrauch eine gewisse Ent-
wertung. Es findet also überhaupt Verteuerung des Produkts statt,
indem die Wertabgabe an das Produkt sich berechnet nicht nach der
Zeit, worin das fixe Kapital fungiert, sondern nach der Zeit, worin e8
Wert verliert. In diesen Produktionszweigen bildet das Brachliegen
des fixen Kapitals, ob noch mit laufenden Kosten verbunden oder
nicht, ebenso eine Bedingung seiner normalen Anwendung wie zum
Beispiel der Verlust eines gewissen Quantums von Baumwolle bei
der Spinnerei; und ebenso zählt bei jedem Arbeitsprozeß die unter den
normalen technischen Bedingungen unproduktiv, aber unvermeid-
lich verausgabte Arbeitskraft geradeso gut wie die produktive. Jede
Verbesserung, die unproduktive Verausgabung von Arbeitsmitteln,
Rohstoff und Arbeitskraft vermindert, vermindert auch den Wert
des Produkts.

in der Landwirtschaft vereinigt sich beides, die längere Dauer
der Arbeitsperiode und die große Differenz zwischen Arbeitszeit und
Produktionszeit. Hodsgkin bemerkt darüber richtig: „Ich halte den
Unterschied in der Zeit,‘ (obgleich er hier nicht zwischen Arbeitszeit
und Produktionszeit unterscheidet) „die erforderlich ist, um die

Dreizehntes Kapitel