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Bei dieser Ausdrucksweise werden die organischen Verhältnisse
zwischen den beiden spezifisch verschiedenen Bestandteilen der
Umschlagszeit vernachlässigt. Der exakte Sinn davon, daß das
vorgeschossene Kapital von 450 Pfd. Sterl. 52/3 Umschläge gemacht,
ist nur, daß es fünf Umschläge ganz und vom sechsten nur 2/3 zurück-
gelegt hat. Dagegen hat der Ausdruck, daß das umgeschlagene
Kapital gleich 5%/; mal das vorgeschossene Kapital, also im obigen
Fall gleich 5*/3 x 450 Pfd. Sterl. = 2550 Pfd. Sterl., das Richtige, daß,
wenn dies Kapital von 450 Pfd. Sterl. nicht ergänzt wäre durch ein
anderes Kapital von 450 Pfd. Sterl., in der Tat ein Teil davon sich
im Produktionsprozeß, ein anderer im Zirkulationsprozeß befinden
müßte. Soll die Umschlagszeit in der Masse des umgeschlagenen
Kapitals ausgedrückt werden, so kann sie immer nur in einer Masse
von vorhandenem Wert. (in der Tat von fertigem Produkt) ausge-
drückt werden. Der Umstand, daß das vorgeschossene Kapital sich
nicht in einem Zustand befindet, worin es den Produktionsprozeß
von neuem eröffnen kann, drückt sich darin aus, daß nur ein Teil
davon sich im produktionsfähigen Zustand befindet, oder daß, um
sich im Zustand kontinuierlicher Produktion zu befinden, das Kapital
geteilt werden müßte in einen Teil, der sich beständig in der Produk-
tionsperiode, und einen andern Teil, der sich beständig in der Zirku-
lationsperiode befände, je nach dem Verhältnis dieser Perioden zu-
einander. Es ist dasselbe Gesetz, das die Masse des beständig fun-
gierenden produktiven Kapitals bestimmt durch das Verhältnis der
Umlaufszeit zur Umschlagszeit.
Von Kapital II sind Ende der 51. J ahreswoche, die wir hier als
Jahresschluß annehmen, vorgeschossen 150 Pfd. Sterl. in der Pro-
duktion von unfertigem Produkt. Ein fernerer Teil befindet sich in
der Form von flüssigem konstantem Kapital — Rohstoff etc. —, das
heißt in einer Form, worin es als produktives Kapital im Produk-
tionsprozeß fungieren kann. Aber ein dritter Teil befindet sich in
Geldform, nämlich zum mindesten der Betrag des Arbeitslohnes für
den Rest der Arbeitsperiode (3 Wochen), der aber erst Ende jeder
Woche gezahlt wird. Obgleich nun dieser Teil des Kapitals am An-
fang des neuen Jahres, also eines neuen Umschlagszyklus, sich nicht
in der Form von produktivem Kapital befindet, sondern in der von
Geldkapital, in der es nicht in den Produktionsprozeß eingehen kann,
80 befindet sich dennoch bei Eröffnung des neuen Umschlags flüssiges
variables Kapital, das heißt lebendige Arbeitskraft, im Produktions-
prozeß tätig. Diese Erscheinung kommt daher, daß die Arbeitskraft
zwar am Anfang der Arbeitsperiode, sage per Woche, gekauft und
verbraucht, aber erst Ende der Woche gezahlt wird. Das Geld wirkt
hier als Zahlungsmittel. Es befindet sich daher einerseits als Geld
noch in der Hand des Kapitalisten, während anderseits die Arbeits-
kraft, die Ware, worin es umgesetzt wird, sich schon im Produktions-
prozeß tätig befindet, derselbe Kapitalwert hier also doppelt er-
scheint.

Zweiter Abschnitt