Fünfzehntes Kapitel

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Betrachten wir bloß die Arbeitsperioden, so hat
Kapital I produziert 6 X 450 = 2700 Pfd. Sterl.
H 51/3 X 450 = 2400 ‚, »

also zusammen 52/3 X 900 = 5100 Pfd. Sterl.
Das vorgeschossene Gesamtkapital von 900 Pfd. Sterl. hat also 5°/3 mal
im Jahr als produktives Kapital fungiert. Ob stets 450 Pfd. Sterl. im
Produktionsprozeß und stets 450 Pfd. Sterl. im Zirkulationsprozeß
abwechselnd, oder ob 900 Pfd. Sterl. während je 4'/, Wochen im
Produktionsprozeß und während der folgenden 4!/, Wochen im Zirku-
lationsprozeß fungieren, ist für die Produktion von Mehrwert einerlei,

Betrachten wir dagegen die Umschlagsperioden, so hat

Kapital I 5% X 450 = 2550 Pfd. Sterl.
„II 5'/s X 450 = 2325 , ”
also das Gesamtkapital 5°/12 X 900 = 4875 Pfd. Sterl.
umgeschlagen. Denn der Umschlag des Gesamtkapitals ist gleich
der Summe der von [den Kapitalen] I und II umgeschlagenen Be-
träge, dividiert durch die Summe [der Kapitale] I und IL.

Es ist zu bemerken, daß Kapital I und II, wenn sie selbständig
gegeneinander wären, doch nur verschiedene selbständige Teile des
in derselben Produktionssphäre vorgeschossenen gesellschaftlichen
Kapitals bilden würden. Bestände also das gesellschaftliche Kapital
innerhalb dieser Produktionssphäre nur aus I und II, so würde für
den Umschlag des gesellschaftlichen Kapitals in dieser Sphäre die-
selbe Rechnung gelten, die hier für die beiden Bestandteile I und II
desselben Privatkapitals gilt. Weiter ausgedehnt kann jeder in einer
besonderen Produktionssphäre angelegte Teil des gesamten Gesell-
schaftskapitals so berechnet werden. Schließlich aber ist die Um-
schlagszahl des gesamten gesellschaftlichen Kapitals gleich der
Summe des in den verschiedenen Produktionssphären umgeschla-
genen Kapitals, dividiert durch die Summe des in diesen Produktions-
sphären vorgeschossenen Kapitals.

Es ist ferner zu bemerken, daß, wie hier in demselben Privat-
geschäft die Kapitale I und II genau genommen verschiedene Um-
schlagsjahre haben (indem der Umschlagszyklus von Kapital II
4'/, Wochen später beginnt als der von Kapital I, das Jahr von I daher
4'/, Wochen früher abläuft als das von II), so auch die verschiedenen
Privatkapitale in derselben Produktionssphäre ihre Geschäfte in
ganz verschiedenen Zeitabschnitten beginnen und ihren Jahres-
umschlag daher auch zu verschiedenen Zeiten im Jahr vollenden.
Dieselbe Durchschnittsrechnung, die wir oben für I und II anwandten,
reicht auch hier aus, um die Umschlagsjahre der verschiedenen selb-
ständigen Teile des gesellschaftlichen Kapitals auf ein einheitliches
Umschlagsjahr zu reduzieren.

U. Arbeitsperlode größer als Umlaufszeit.

Es durchkreuzen sich die Arbeits- und Umschlagsperioden der

Kapitale I und II, statt einander abzulösen. Gleichzeitig findet hier
Das Kanital. ID.