Zweiter Abschnitt
variablen Kapitals ist auch dieselbe, gleich 100 Pfd. Sterl. Es wird
dieselbe Masse Arbeitskraft exploitiert, die Größe und der Grad
der Exploitation sind in beiden Fällen dieselben, die Arbeitstage
sind gleich und gleich geteilt in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.
Die während des Jahres angewandte variable Kapitalsumme ist
gleich groß, gleich 5000 Pfad. Sterl., setzt dieselbe Masse von Arbeit
in Bewegung und extrahiert [zieht] aus der von den beiden gleichen
Kapitalen in Bewegung gesetzten Arbeitskraft dieselbe Masse Mehr-
wert, 5000 Pfd. Sterl. Dennoch ist in der J ahresrate des Mehrwerts
von A und B eine Differenz von 900 vB

Dies Phänomen sieht allerdings danach aus, als hinge die Rate
des Mehrwerts nicht nur ab von der Masse und dem Exploitations-
grad der vom variablen Kapital in Bewegung gesetzten Arbeitskraft,
sondern außerdem von aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden
unerklärlichen Einflüssen; und. in der Tat ist dies Phänomen so
gedeutet worden und hat, wenn auch nicht in dieser seiner reinen,
sondern in seiner komplizierteren und versteckteren Form (der der
jährlichen Profitrate), eine völlige Deroute [Auflösung] in der
Ricardoschen Schule seit Anfang der 20er Jahre hervorgerufen,

Das Wunderliche des Phänomens verschwindet sofort, wenn
wir nicht nur scheinbar, sondern wirklich Kapital A und Kapital B
unter exakt dieselben Umstände stellen. Dieselben Umstände finden
nur statt, wenn das variable Kapital B in demselben Zeitraum
seinem ganzen Umfang nach zur Zahlung von Arbeitskraft ver-
ausgabt wird wie Kapital A.

Die 5000 Pfd. Sterl. Kapital B werden dann ausgelegt in fünf
Wochen, per Woche 1000 Pfd. Sterl. gibt für das Jahr eine Auslage
von 50000 Pfd. Sterl. Der Mehrwert ist dann ebenfalls unter
unserer Voraussetzung gleich 50 000 Pfd. Sterl. Das umgeschlagene
Kapital gleich 50000 Pfd. Sterl., dividiert durch das vorgeschossene
Kapital gleich 5000 Pfd. Sterl. ergibt die Anzahl der Umschläge
gleich 10. Die Rate des Mehrwerts gleich 00 = 100%, multipliziert
mit der Zahl der Umschläge gleich 10, ergibt die Jahresrate des
Mehrwerts gleich SE = 2 =1000%. Jetzt sind also die Jahres-
raten des Mehrwerts für A und B gleich, nämlich 1000 %, aber
die Massen des Mehrwerts sind: für B 50000 Pfd. Sterl., für A
5000 Pfd. Sterl; die Massen des produzierten Mehrwerts verhalten
sich jetzt wie die vorgeschossenen Kapitalwerte B und A, näm-

lich wie 5000 : 500 = 10 :1. Dafür hat aber auch Kapital B
zehnmal soviel Arbeitskraft in derselben Zeit in Bewegung gesetzt
wie Kapital A.

Es ist nur das im Arbeitsprozeß wirklich angewandte Kapital,
welches den Mehrwert erzeugt und für welches alle über den
Mehrwert gegebenen Gesetze gelten, also auch das Gesetz, daß bei
gegebener Rate die Masse des Mehrwerts durch die relative Größe
des variablen Kapitals bestimmt ist.

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