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Zweiter Abschnitt
Die respektiven Massen Arbeit (Summe der bezahlten und un-
bezahlten Arbeit), die durch die beiden jährlich. umgeschlagenen
variablen Kapitale in Bewegung gesetzt sind, sind hier gleich, weil
die umgeschlagenen Kapitale selbst gleich sind und ihre Rate der
Verwertung ebenfalls gleich.

Das Verhältnis des jährlich umgeschlagenen zum vorge-

schossenen variablen Kapital zeigt an: 1. das Verhältnis, worin das
vorzuschießende Kapital zu dem in einer bestimmten Arbeits-
periode angewandten variablen Kapital steht. Ist die Umschlags-
zahl gleich 10, wie sub A, und das Jahr zu 50 Wochen angenommen,
30 ist die Umschlagszeit gleich 5 Wochen. Für diese 5 Wochen muß
variables Kapital vorgeschossen werden, und das für 5 Wochen
vorgeschossene Kapital muß fünfmal so gTOß sein wie das während
einer Woche angewandte variable Kapital. Das heißt, nur !/; des
vorgeschossenen Kapitals (hier 500 Pfd. Stert.) kann im Lauf einer
Woche angewandt werden. Beim Kapital B dagegen, wo die Um-
schlagszahl gleich +4, ist die Umschlagszeit gleich 1 Jahr gleich
50 Wochen. Das Verhältnis des vorgeschossenen Kapitals zum
wöchentlich angewandten ist also 50 : 1. Wäre es für B dasselbe wie
für A, so müßte B wöchentlich 1000 Pfd. Sterl. anlegen statt 100. —
2. Es folgt, daß von B ein zehnmal so großes Kapital (5000 Pfd. Sterl.)
angewandt worden ist wie von A, um dieselbe Masse variables Kapital,
also auch bei gegebener Rate des Mehrwerts dieselbe Masse Arbeit
(bezahlte und unbezahlte) in Bewegung zu setzen, also auch dieselbe
Masse Mehrwert während des Jahres zu produzieren. Die wirkliche
Rate des Mehrwerts drückt nichts aus als das Verhältnis des in einem
bestimmten Zeitraum angewandten variablen Kapitals zu dem in
demselben Zeitraum produzierten Mehrwert, oder die Masse unbe-
zahlter Arbeit, die das während dieses Zeitraums angewandte variable
Kapital in Bewegung setzt. Sie hat absolut nichts zu tun mıt dem
Teil des variablen Kapitals, der vorgeschossen ist während der Zeit,
Wo er nicht angewandt wird, und daher ebensowenig zu tun mit dem
für verschiedene Kapitale durch die Umschlagsperiode modifizierten
und differenzierten: Verhältnis zwischen ihrem während ‚eines be-
stimmten Zeitraums vorgeschossenen und ihrem während desselben
Zeitraums angewandten Teil.

Es folgt vielmehr aus dem bereits Entwickelten, daß die Jahres-
rate des Mehrwerts nur in einem einzigen Fall zusammenfällt mit der
wirklichen Rate des Mehrwerts, die den Exploitationsgrad der Arbeit
ausdrückt; wenn nämlich das vorgeschossene Kapital nur einmal
im Jahr umschlägt, daher das vorgeschossene Kapital gleich ist dem
während des Jahres umgeschlagenen Kapital, daher das Verhältnis der
während des Jahres produzierten Mehrwertmasse zu dem behufs dieser
Produktion während des Jahres angewandten Kapital zusammenfällt
undidentisch istmit dem Verhältnis derwährenddesJahres produzierten
Mehrwertmasse zu dem während des Jahres vorgeschossenen Kapital.