262
Zweiter Abschnitt
kein neues Kapital, weil er sich nicht in der Geldform befindet. Bei
A. ist nicht nur der alte Kapitalwert dureh einen neuen ersetzt, son-
dern er ist in seiner Geldform wieder hergestellt, daher als neues
funktionsfähiges Kapital ersetzt.

Die frühere oder spätere Verwandlung des Wertersatzes in Geld
und daher in die Form, worin das variable Kapital vorgeschossen
wird, ist offenbar ein für die Produktion des Mehrwerts selbst ganz
gleichgültiger Umstand. Diese hängt von der Größe des angewand-
ten. variablen Kapitals und dem Exploitationegrad der Arbeit ab.
Jener Umstand aber modifiziert die Größe des Geldkapitale, das vor-
geschossen werden muß, um während des Jahres ein bestimmtes
Quantum Arbeitskraft in Bewegung zu setzen, und bestimmt daher
lie Jahresrate des Mehrwerts.
II. Der Umschlag des variablen Kapitals,
gesellschaiftlich betrachtet.

Betrachten wir die Sache einen Augenblick vom gesellschaft-
lichen Standpunkt. Ein Arbeiter koste 1 Pfd. Sterl. pro Woche, der
Arbeitstag sei gleich 10 Stunden. Sub A wie sub B sind während
des Jahres 100 Arbeiter beschäftigt (100 Pfd. Sterl. per Woche für
100 Arbeiter, macht für 5 Wochen 500 Pfd. Sterl. und für 50 Wochen
5000 Pfd, Sterl.) und diese arbeiten per Woche von 6 Tagen jeder
60 Arbeitsstunden. Also 100 Arbeiter per. Woche tun 6000. Arbeits-
stunden und in 50 Wochen 300 000 Arbeitsstunden. Diese Arbeits-
kraft ist von A wie von B mit Beschlag belegt und kann also von der
Gesellschaft für nichts anderes verausgabt werden. Insoweit ist die
Sache also gesellschaftlich dieselbe bei A wie bei B. Ferner: Bei A
wie bei B erhalten die je 100 Arbeiter einen Lohn pro Jahr von
5000 Pfd. Sterl. (die 200 zusammen also 10 000 Pfd. Sterl.) und
entziehen für diese Summe der Gesellschaft Lebensmittel. Soweit
ist die Sache gesellschaftlich wieder dieselbe sub A wie sub B. Da die
Arbeiter in beiden Fällen wöchentlich bezahlt werden, entziehen sie
auch der Gesellschaft wöchentlich Lebensmittel, wofür sie ebenfalls
in beiden Fällen das: Geldäquivalent wöchentlich in Zirkulation
werfen. Aber hier beginnt der Unterschied.

Erstens: Das Geld, welches der Arbeiter sub A in Zirkulation
wirft, ist nicht nur, wie für den Arbeiter sub B, die Geldform für den
Wert seiner Arbeitskraft (in der Tat Zahlungsmittel für bereits
geleistete Arbeit); es ist, schon von der zweiten Umschlagsperiode
ach Eröffnung des Geschäfts an gerechnet, die Geldform seines
eigenen Wertprodukts (gleich Preis der Arbeitskraft plus Mehr-
wert) der ersten Umschlagsperiode, womit seine Arbeit während der
zweiten Umschlagsperiode bezahlt wird. Sub B ist dies nicht der Fall.
Mit Bezug auf den Arbeiter ist hier das Geld zwar ein Zahlungsmittel
für bereits von ihm geleistete Arbeit, aber diese geleistete Arbeit wird
nicht bezahlt mit ihrem eigenen vergoldeten Wertprodukt (der Geld-
form des von ihr selbst produzierten Wertes). Dies kann erst ein-