Sechzehntes Kapitel

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treten vom zweiten Jahr an, wo der Arbeiter sub B bezahlt wird mit
seinem vergoldeten Wertprodukt des vergangenen Jahres.

Je kürzer die Umschlagsperiode des Kapitals — in je kürzeren
Zeiträumen. daher seine Reproduktionstermine sich innerhalb des
Jahres erneuern —, um so rascher verwandelt sich der ursprünglich
in Geldform vom Kapitalisten vorgeschossene variable Teil seines
Kapitals in die Geldform des vom Arbeiter zum Ersatz dieses varla-
blen Kapitals geschaffenen Wertprodukts (das außerdem Mehrwert
einschließt); desto kürzer ist also die Zeit, wofür der Kapitalist Geld
aus seinem eigenen Fonds [Vorrat] vorschießen muß, desto kleiner ist,
im Verhältnis zu gegebenem Umfang der Produktionsleiter, das
Kapital, das er überhaupt vorschießt, und desto größer ist im Ver-
hältnis die Masse Mehrwert, die er bei gegebener Rate des Mehr-
werts während des Jahres herausschlägt, weil er um so öfter den
Arbeiter mit der Geldform seines eigenen Wertprodukts stets von
neuem kaufen und seine Arbeit in Bewegung setzen kann.

Bei gegebener Stufenleiter der Produktion verringert sich im
Verhältnis zur Kürze der Umschlagsperiode die absolute Größe des
vorgeschossenen variablen Geldkapitals (wie des zirkulierenden Ka-
pitals überhaupt) und wächst die Jahresrate des Mehrwerts. Bei
gegebener Größe des vorgeschossenen Kapitals wächst die Stufen-
leiter der Produktion, daher bei gegebener Rate des Mehrwerts die
absolute Masse des in einer Umschlagsperiode erzeugten Mehrwerts,
gleichzeitig mit der durch die Verkürzung der Reproduktionsperiodeni
bewirkten Steigerung in der Jahresrate des Mehrwerts. Es hat sich
überhaupt aus der bisherigen Untersuchung ergeben, daß je nach
den verschiedenen Größen der Umschlagsperiode Geldkapital von
sehr verschiedenem Umfang vorzuschießen ist, um dieselbe Masse
produktives zirkulierendes Kapital und dieselbe Arbeitsmasse bei
demselben Exploitationsgrad der Arbeit in Bewegung zu setzen

Zweitens — und dies hängt mit dem ersten Unterschied zu-
sammen — zahlt der Arbeiter sub B wie sub A die Lebensmittel, die
er kauft, mit dem variablen Kapital, das sich in seiner Hand in
Zirkulationsmittel verwandelt hat. Er entzieht zum Beispiel nicht
nur Weizen vom Markt, sondern ersetzt ihn auch durch ein Aequi-
valent in Geld. Da aber das Geld, womit der Arbeiter sub B seine
Lebensmittel zahlt und dem Markt entzieht, nicht die Geldform eines
von ihm während des Jahres auf den Markt geworfenen Wertprodukts
ist wie beim Arbeiter sub A, so liefert er dem Verkäufer seiner Lebens-
mittel zwar Geld, aber keine Ware — sei es Produktionsmittel, sei es
Lebensmittel —, die dieser mit dem gelösten Geld kaufen könnte,*14
was dagegen sub A der Fall ist. Es werden daher dem Markt Arbeits-
kraft, Lebensmittel für diese Arbeitskraft, fixes Kapital in der Form
der sub B angewandten Arbeitsmittel und Produktionsstoffe ent-
zogen, und zu ihrem Ersatz wird ein Aequivalent in Geld in den
31d In der Engelsschen Ausgabe steht „könne“.

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