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Zweiter Abschnitt
Wir bemerken nun zunächst, daß der Kapitalist A (im Beispiel
des vorigen Kapitels) eine laufende periodische Revenue hat, also
mit Ausnahme der Umschlagsperiode bei Beginn des Geschäfts
seinen eigenen [individuellen] Verzehr innerhalb des J. ahres aus seiner
Produktion von Mehrwert bestreitet und nicht aus eigenem Fonds
vorzuschießen hat. Dies letztere findet dagegen bei B statt. Er
Bproduziert zwar während derselben Zeitabschnitte ebensoviel Mehr-
wert wie A, aber der Mehrwert ist nicht realisiert und kann daher
weder individuell verzehrt werden noch produktiv. Soweit der
individuelle Verzehr in Betracht kommt, wird der Mehrwert anti-
zipiert. Fonds dafür muß vorgeschossen werden. ;

Ein Teil des produktiven Kapitals, der schwer zu rangieren
[einzuordnen] ist, nämlich das zur Reparatur und Instandhaltung
des fixen Kapitals nötige Zuschußkapital, stellt sich jetzt auch unter
neuem Licht dar.

Bei A wird dieser Kapitalteil — ganz oder großenteils — nicht
vorgeschossen bei Beginn der Produktion. Er braucht weder .dis-
ponibel noch selbst vorhanden zu sein. Er entspringt aus dem
Geschäft selbst durch unmittelbare Verwandlung von Mehrwert in
Kapital, das heißt seine direkte Anwendung als Kapital. Ein Teil des
periodisch innerhalb des Jahres nicht nur erzeugten, sondern auch
realisierten Mehrwerts kann die für Reparatur ete. nötigen Aus-
gaben bestreiten, Ein Teil des zur Führung des Geschäfts auf seiner
ursprünglichen Stufenleiter nötigen Kapitals wird so während des
Geschäfts vom Geschäft selbst erzeugt durch Kapitalisierung eines
Teils des Mehrwerts. Dies ist für den Kapitalisten B unmöglich. Der
fragliche Kapitalteil muß bei ihm einen Teil des ursprünglich vor-
geschossenen Kapitals bilden. In beiden Fällen wird dieser Kapital-
teil in den Büchern des Kapitalisten als vorgeschossenes Kapital
figurieren, was er auch ist, da er nach unserer Annahme einen Teil
des zur Führung des Geschäfts auf gegebener Stufenleiter notwen:

digen produktiven Kapitals bildet. Aber es macht einen gewaltigen
Unterschied, aus welchem Fonds er vorgeschossen wird. Bei B ist
er wirklich Teil des ursprünglich Vvorzuschießenden oder disponibel
zu haltenden Kapitals. Bei A. dagegen ist er als Kapital angewandter
Teil des Mehrwerts. Dieser letztere Fall zeigt uns, wie nicht nur das
akkumulierte Kapital, sondern auch ein Teil des ursprünglich vorge-
schossenen. Kapitals bloß kapitalisierter Mehrwert sein kann.

Sobald die Entwicklung des Kredits dazwischenkommt, ver-
wickelt sich das Verhältnis von ursprünglich vorgeschossenem Ka-
pital und kapitalisiertem Mehrwert noch mehr. Zum Beispiel A
borgt Teil des produktiven Kapitals, womit er das Geschäft anfängt
oder während des Jahres fortführt, beim Bankier C. ‘Er hat von
vornherein kein eigenes hinreichendes Kapital für Führung des .Ge-
Schäfts. Bankier C leiht ihm eine Summe, die bloß aus bei ihm depo-
niertem Mehrwert der Industriellen D, E, F ete. besteht. ‘Vom
Standpunkt des A handelt es sich noch nicht um. akkumuliertes