Siebzehntes Kapitel

269
Kapital. In der Tat aber ist für D, E, F etc. der A nichts
als ein Agent, der den von ihnen angeeigneten Mehrwert kapi-
talisiert. .

Wir haben Buch I, Kapitel XXII gesehen, daß die Akkumula-
tion, die Verwandlung von Mehrwert in Kapital, ihrem realen Gehalt
nach Reproduktionsprozeß auf erweiterter Stufenleiter ist, ob diese
Erweiterung extensiv in Gestalt der Zufügung neuer Fabriken zu
den alten oder in der intensiven Ausdehnung der bisherigen Stufen-
leiter des Betriebes sich ausdrücke.

Die Erweiterung der Produktionsleiter kann in kleineren Dosen
vor sich gehen, indem ein Teil des Mehrwerts zu Verbesserungen
angewandt wird, die entweder nur die Produktivkraft der angewand-
ten Arbeit erhöhen oder zugleich erlauben, sie intensiver auszu-
beuten. Oder auch, wo der Arbeitstag nicht gesetzlich beschränkt ist,
genügt eine zuschüssige Ausgabe von zirkulierendem Kapital (in
Produktionsstoffen und in Arbeitslohn), um die Produktionsleiter
zu erweitern, ohne Ausdehnung des fixen Kapitals, dessen tägliche
Gebrauchszeit so nur verlängert, während seine Umschlagsperiode
entsprechend verkürzt wird. Oder der kapitalisierte Mehrwert mag
bei günstigen Marktkonjunkturen Spekulationen in Rohstoff er-
tauben, Operationen, wozu das ursprünglich vorgeschossene Kapital
nicht hingereicht hätte, USW. ;

{ndes ist es klar, daß dort, wo die größere Anzahl der Umschlags-
perioden eine häufigere Realisation des Mehrwerts innerhalb des
Jahres mit sich bringt, Perioden eintreten werden, in denen. weder
der Arbeitstag zu verlängern noch Einzelverbesserungen anzu-
bringen sind, während anderseits Ausdehnung des ganzen Geschäfts
auf proportioneller Stufenleiter teils durch die ganze Anlage des
Geschäfts, die Baulichkeiten zum Beispiel, teils durch Ausdehnung
des Arbeitsfonds, wie in der Landwirtschaft, nur innerhalb
gewisser weiterer oder engerer Schranken möglich ist und zudem
einen Umfang von zuschüssigem Kapital erheischt, wie er nur
durch mehrjährige Akkumulation des Mehrwerts geliefert wer-
den kann. .

Neben der wirklichen Akkumulation oder Verwandlung des Mehr-
werts in produktives Kapital (und entsprechender Reproduktion
auf erweiterter Stufenleiter) läuft also Geldakkumulation, Zusam-
menscharren eines Teils des Mehrwerts als latentes Geldkapital, das
erst später, sobald es gewissen Umfang erreicht, als zuschüssiges
aktives Kapital fungieren. soll,

So stellt sich die Sache vom Standpunkt des einzelnen Kapita-
listen dar. Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion
entwickelt sich jedoch gleichzeitig das Kreditsystem. Das Geld-
kapital, das der Kapitalist noch nicht in seinem eigenen Geschäft
anwenden kann, wird von andern angewandt, von denen er Zinsen
dafür erhält. Es fungiert für ihn als Geldkapital im spezifischen
Sinn, als eine vom produktiven Kapital unterschiedene Sorte Kapital.