Siebzehntes Kapitel

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kehrende Elend oder Wohlergehen des ganzen Menschengeschlechts
nicht eines Blickes würdig gehalten. Die Ergebnisse. der Gewalt, des
Betruges und des Zufalls verewigen, das hat man Sicherheit genannt,
und der Erhaltung dieser erlogenen Sicherheit sind alle Produktiv-
kräfte des Menschengeschlechts erbarmungslos zum Opfer gebracht
worden.‘ ({(Ibidem [im gleichen Buch], p. 440—443.) ;

Für die Reproduktion sind nur zwei normale Fälle möglich, ab-
gesehen von Störungen, welche selbst die Reproduktion auf gegebener
Stufenleiter hemmen.

Entweder es findet Reproduktion auf einfacher Stufenleiter statt.

Oder es findet Kapitalisierung von Mehrwert statt Akkumu-
lation.

I. Einfache Reproduktion.

Bei einfacher Reproduktion wird der jährlich oder mit mehreren
Umschlägen innerhalb des Jahres periodisch produzierte und realisierte
Mehrwert individuell, das heißt unproduktiv, konsumiert von seinen
Eignern, den Kapitalisten.

Der Umstand, daß der Produktenwert zum Teil aus Mehrwert
besteht, zum andern Teil aus dem Wertteil, gebildet durch das in
ihm reproduzierte variable Kapital plus dem in ihm aufgezehrten
konstanten Kapital, ändert absolut nichts weder an dem Quantum
noch dem Wert des Gesamtprodukts, welches als Warenkapital bestän-
dig in die Zirkulation eingeht und ihr ebenso beständig entzogen wird,
um der produktiven oder individuellen Konsumtion anheimzufallen,
das heißt, um als Produktionsmittel oder als Konsumtionsmittel zu
dienen. Von dem konstanten Kapitalabgesehen, wird nur die Verteilung
des jährlichen Produkts zwischen Arbeitern und Kapitalisten dadurch
affiziert.

Selbst die einfache Reproduktion unterstellt, muß daher ein Teil
des Mehrwerts beständig in Geld und nicht in Produkt existieren,
weil er sonst nicht behufs der Konsumtion aus Geld in Produkt ver-
wandelt werden kann, Diese Verwandlung des Mehrwerts aus seiner
ursprünglichen Warenform in Geld ist hier weiter zu untersuchen.
Zur Vereinfachung der Sache wird die einfachste Form des Problems
unterstellt, nämlich die ausschließliche Zirkulation von Metallgeld,
von Geld, welches wirkliches Aequivalent ist.

Nach den für die einfache Warenzirkulation entwickelten Ge-
setzen (Buch I, KapitelIII) muß die Masse des im Lande vorhandenen
Metallgeldes nicht nur hinreichen, um die Waren zu zirkulieren. Sie
muß hinreichen für die Schwankungen des Geldumlaufs, die teils
entspringen aus Fluktuationen [Schwankungen] in der Geschwindig-
keit der Zirkulation, teils aus dem Preiswechsel der Waren, teils aus
den verschiedenen und wechselnden Proportionen, worin das Geld
als: Zahlungsmittel oder als eigentliches Zirkulationsmittel fungiert.
Das Verhältnis, worin die vorhandene Geldmasse sich in Schatz und
umlaufendes‘ Geld spaltet, wechselt beständig, aber die Masse des