Siebzehntes Kapitel

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Betrachten wir den Kreislauf respektive Umschlag des in der
Edelmetall-Produktion angelegten Kapitals zunächst unter der Form
G—W...P...G6’. Soweit in G — W das W nicht nur aus Arbeits-
kraft und Produktionsmitteln besteht, sondern auch aus fixem Ka-
pital, wovon nur ein Wertteil in P aufgebraucht wird, ist klar, daß
G’ — das Produkt — eine Geldsumme ist gleich dem in Arbeits-
lohn ausgelegten variablen Kapital plus dem in Produktionsmitteln
ausgelegten zirkulierenden konstanten Kapital plus dem Wertteil des
verschlissenen fixen Kapitals plus dem Mehrwert. Wäre die Summe
geringer, bei unverändertem allgemeinen Wert des Goldes, so wäre
die Minenanlage unproduktiv, oder — wenn dies allgemein der Fall —
würde in Zukunft der Wert des Goldes, verglichen mit den Waren,
deren Wert nicht verändert, steigen, das heißt, die Preise der Waren
würden fallen, es würde also in Zukunft die in G — W ausgelegte
Geldsumme kleiner sein,

Betrachten wir zunächst nur den zirkulierenden Teil des in G,
dem Ausgangspunkt von G — W...P...G’, vorgeschossenen Kapi-
tals, so wird eine bestimmte Geldsumme vorgeschossen, in Zirkulation
geworfen zur Zahlung von Arbeitskraft und zum Kauf von Produk-
tionsstoffen. Aber sie wird durch den Kreislauf dieses Kapitals der
Zirkulation nicht wieder entzogen, um von neuem hineingeworfen zu
werden. Das Produkt in seiner Naturalform ist schon Geld, es braucht
also nicht erst durch Austausch, durch einen Zirkulationsprozeß in Geld
verwandelt zu werden. Es tritt aus dem Produktionsprozeß in die
Zirkulationssphäre nicht in der Form von Warenkapital, das sich in
Geldkapital, sondern als Geldkapital, das sich in produktives Kapital
rückverwandeln, das heißt von neuem Arbeitskraft und Produktions-
stoffe kaufen soll. Die Geldform des zirkulierenden, in Arbeitskraft
und Produktionsmitteln verzehrten Kapitals wird ersetzt nicht durch
den Verkauf des Produkts, sondern durch die Naturalform des Produkts
selbst, also nicht durch Wiederentziehen seines Wertes aus der Zirkula-
tion in Geldform, sondern durch zuschüssiges, neu produziertes Geld.

Nehmen wir an, dies zirkulierende Kapital sei gleich 500 Pfd.
Sterl., die Umschlagsperiode gleich 5 Wochen, Arbeitsperiode gleich
4 Wochen, Zirkulationsperiode nur gleich 1 Woche. Es muß von
vornherein für 5 Wochen Geld teils in Produktionsvorrat vorgeschos-
sen werden, teils vorrätig sein, um nach und nach in Arbeitslohn
weggezahlt zu werden. Anfang der 6. Woche sind 400 Pfd. Sterl.
zurückgeflossen und 100 Pfd. Sterl. freigesetzt. Dies wiederholt sich
beständig. Hier, wie früher, werden während gewisser Zeit des Um-
schlags 100 Pfd. Sterl. beständig in der freigesetzten Form sich be-
finden. Aber sie bestehen aus zuschüssigem neuproduziertem Geld,
ganz wie die andern 400 Pfd. Sterl. Wir hatten hier 10 Umschläge
im Jahr, und das produzierte Jahresprodukt ist gleich 5000 Pfd.
Sterl. Gold. (Die Zirkulationsperiode entsteht hier nicht durch die
Zeit, welche die Verwandlung der Ware in Geld, sondern welche die
Verwandlung von Geld in die Produktionselemente kostet.)