Siebzehntes Kapitel

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form annimmt, nimmt für den Käufer B umgekehrt sein in Geld-
form vorhandenes Kapital die Form seiner Produktionsmittel an, die
gerade A produziert. Durch denselben Akt, wodurch A seinem
produzierten Warenkapital die Geldform wiedergibt, gibt B dem
seinigen die produktive Form wieder, verwandelt es aus Geldform in
Produktionsmittel und Arbeitskraft; dieselbe Geldsumme fungiert
in dem doppelseitigen Prozeß wie in jedem einfachen Kauf W — G.
Anderseits, wenn A. das Geld wieder in Produktionsmittel verwandelt,
kauft er von C, und dieser zahlt damit B ete. So wäre dann der
Hergang erklärt. Aber:

Alle in bezug auf das Quantum des zirkulierenden Geldes bei
der Warenzirkulation (Buch I, Kapitel III) aufgestellten Gesetze
werden in keiner Art durch den kapitalistischen Charakter des
Produktionsprozesses geändert. ki

Wenn also gesagt wird, das in Geldform vorzuschießende zirku-
lierende Kapital der Gesellschaft beträgt 500 Pfad. Sterl., so ist dabei
schon in Berechnung gebracht, daß dies einerseits die Summe ist, die
gleichzeitig vorgeschossen war, daß aber anderseits diese Summe
mehr produktives Kapital in Bewegung setzt als 500 Pfd. Sterl.,
weil sie abwechselnd. als Geldfonds verschiedener produktiven Ka-
pitale dient. Diese Erklärungsweise setzt also schon das Geld als
vorhanden voraus, dessen Dasein sie erklären soll.

Es könnte ferner gesagt werden: Kapitalist A. produziert Artikel,
die Kapitalist B individuell, unproduktiv konsumiert. Das Geld von
B versilbert also das Warenkapital von A, und so dient dieselbe
Geldsumme zur Versilberung des Mehrwerts von B und des zirku-
lierenden konstanten Kapitals von A. Hieristaberdie Lösung der Frage,
die beantwortet werden soll, noch direkter unterstellt. Nämlich, wo
kriegt B dies Geld zur Bestreitung seiner Revenue her? Wie hat er
selbst diesen Mehrwertteil seines Produkts versilbert ?

Ferner könnte gesagt werden, der Teil des zirkulierenden va-
riablen Kapitals, den A seinen Arbeitern beständig vorschießt,
strömt ihm beständig aus der Zirkulation zurück, und nur ein ab-
wechselnder Teil davon liegt beständig bei ihm selbst für Zahlung
des Arbeitslohnes fest. Zwischen der Ausgabe und dem Rückstrom
verfließt jedoch eine gewisse Zeit, während deren das in Arbeits-
(ohn ausgezahlte Geld unter anderm auch zur Versilberung‘ von
Mehrwert dienen kann.‘— Aber wir wissen erstens, daß je größer
diese Zeit, um so größer auch die Masse des Geldvorrats sein muß,
die der Kapitalist A. beständig in petto [in Bereitschaft] halten muß.
Zweitens gibt der Arbeiter das Geld aus, kauft Waren damit, ver-
silbert daher den in diesen Waren steckenden Mehrwert pro tanto.
Also dient dasselbe Geld, das in der Form des variablen Kapitals
vorgeschossen wird, pro tanto auch dazu, Mehrwert zu versilbern.
Ohne hier noch tiefer auf diese Frage einzugehen, hier nur so viel:
daß die Konsumtion der ganzen Kapitalistenklasse und der von ihr
abhängigen unproduktiven Personen gleichzeitig Schritt hält mit der