Siebzehntes Kapitel

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unmittelbar darstellt. Was endlich den Teil des Goldprodukts
betrifft, der nur den zu seiner Produktion vorgeschossenen konstanten
Kapitalwert ersetzt, so erscheint er nur in Geldform (überhaupt in
einem Produkt) wieder durch die jährliche Arbeit der Arbeiter. Bei
Beginn des Geschäfts wurde er ursprünglich vom Kapitalisten weg-
gegeben in Geld, welches nicht neu produziert, sondern Teil der um-
laufenden gesellschaftlichen Geldmasse bildete. Soweit er dagegen
durch neues Produkt, zuschüssiges Gold, ersetzt wird, ist er das
jährliche Produkt des Arbeiters. Der Vorschuß von seiten des
Kapitalisten erscheint auch hier nur als eine Form, die daher stammt,
daß der Arbeiter weder Besitzer seiner eigenen Produktionsmittel ist
noch während der Produktion über die von andern Arbeitern pro-
duzierten Lebensmittel verfügt.

Zweitens aber, was die von diesem jährlichen Ersatz von 500 Pfd.
Sterl. unabhängig existierende, teils in Schatzform, teils in Form von
umlaufendem Geld befindliche Geldmasse betrifft, so muß es sich mit
ihr gerade so verhalten, das heißt ursprünglich verhalten haben, wie
eg sich mit diesen 500 Pfd. Sterl. noch jährlich verhält. Auf diesen
Punkt kommen wir am Schluß dieses Unterabschnitts zurück. Vor-
her noch einige andere Bemerkungen.

Man hat bei Betrachtung des Umschlags gesehen, daß, unter
sonst gleichbleibenden Umständen, mit dem Wechsel in der Größe
der Umschlagsperioden wechselnde Massen Geldkapital nötig sind,
um die Produktion auf derselben Stufenleiter auszuführen. Die
Elastizität [Anpassungsfähigkeit] der Geldzirkulation muß also groß
genug sein, um sich diesem Wechsel von Ausdehnung und Zusammen-
ziehung anzupassen.

Nimmt man ferner sonst gleichbleibende Umstände an — auch
unveränderte Größe, Intensität und Produktivität des Arbeitstages
—, aber veränderte Teilung des Wertprodukts zwischen
Arbeitslohn und. Mehrwert, so daß entweder der erstere steigt und der
letztere fällt oder umgekehrt, so wird dadurch die Masse des um-
laufenden Geldes nicht berührt. Dieser Wechsel kann vorgehen
ohne irgendwelche Expansion oder Kontraktion der im Umlauf
befindlichen Geldmasse, Betrachten wir namentlich den Fall, wo
der Arbeitslohn allgemein stiege und daher — unter den voraus-
gesetzten Bedingungen — die Rate des Mehrwerts allgemein fiele,
außerdem, ebenfalls nach Unterstellung, kein Wechsel im Wert der
zirkulierenden Warenmasse stattfinde. In diesem Fall wächst aller-
dings das Geldkapital, das als variables Kapital vorgeschossen
werden muß, also die Geldmasse, die in dieser Funktion dient. Aber
um gerade soviel, wie die zur Funktion von variablem Kapital
erforderliche Geldmasse wächst, um gerade soviel nimmt der Mehr-
wert ab, also auch die zu seiner Realisierung nötige Geldmasse, Die
Summe der zur Realisierung des Warenwerts nötigen Geldmasse
wird davon ebensowenig berührt wie dieser Warenwert selbst. Der