Siebzehntes Kapitel

291

durch den Austausch, sondern durch die Produktion selbst zuschüssi-
ges Gold (und Silber) in die Zirkulation geworfen wird, das sich in
Waren zu verwandeln hat.
(Il. Akkumulation und erweiterte Reproduktion.

Soweit die Akkumulation in der Form von Reproduktion auf
erweiterter Stufenleiter stattfindet, ist es klar, daß sie kein neues
Problem mit Bezug auf die Geldzirkulation bietet.

Was zunächst das zuschüssige Geldkapital betrifft, erheischt zur
Funktion des wachsenden produktiven Kapitals, so wird es geliefert
durch den Teil des realisierten Mehrwerts, der als Geldkapital statt
als Geldform der Revenue von den Kapitalisten in Zirkulation ge-
worfen wird. Das Geld ist bereits in der Hand der Kapitalisten.
Bloß seine Anwendung ist verschieden.

Nun wird aber infolge des zuschüssigen produktiven Kapitals,
als sein Produkt, eine zuschüssige. Warenmasse in Zirkulation ge-
worfen. Mit dieser zuschüssigen Warenmasse wurde zugleich ein Teil
des zu ihrer Realisation nötigen zuschüssigen Geldes in Zirkulation
geworfen, soweit nämlich der Wert dieser Warenmasse gleich ist dem
Wert des in ihrer Produktion verzehrten produktiven Kapitals. Diese
zuschüssige Geldmasse ist gerade als zuschüssiges Geldkapital vor-
geschossen worden und fließt daher zum Kapitalisten zurück durch
den Umschlag seines Kapitals. Hier tritt wieder dieselbe Frage auf
wie oben. Wo kommt das zuschüssige Geld her, um den jetzt in
Warenform vorhandenen zuschüssigen Mehrwert zu realisieren ?

Die allgemeine Antwort ist wieder dieselbe. Die Preissumme
der zirkulierenden Warenmasse ist. vermehrt, nicht weil die Preise
einer gegebenen Warenmasse gestiegen, sondern weil die Masse der
jetzt zirkulierenden Waren größer ist als die der früher zirkulierenden
Waren, ohne daß dies durch einen Fall der Preise ausgeglichen wäre.
Das zur Zirkulation dieser größeren Warenmasse von größerem Wert
erforderte zuschüssige Geld muß beschafft werden entweder durch
erhöhte Oekonomisierung der zirkulierenden Geldmasse — sei es
durch Ausgleichung der Zahlungen ete., sei es durch Mittel, welche den
Umlauf derselben Geldstücke beschleunigen — oder aber durch Ver-
wandlung von Geld aus der Schatzform in die zirkulierende Form.
Letzteres schließt nicht nur ein, daß brachliegendes Geldkapital in
Funktion tritt als Kauf- oder Zahlungsmittel, oder auch, daß bereits
als Reservefonds fungierendes Geldkapital, während es seinem Eigner
die Funktion des Reservefonds vollzieht, für die Gesellschaft aktiv
zirkuliert (wie bei Depositen in Banken, die beständig ausgeliehen
werden), also doppelte Funktion vollzieht —, sondern auch, daß die
stagnierenden Reservefonds von Münze ökonomisiert werden.

„Damit das Geld als Münze beständig fließt, muß die Münze
beständig zu Geld gerinnen. Der beständige Umlauf der Münze ist
bedingt durch ihre beständige Stockung in größeren oder kleineren
Portionen in allseitig innerhalb der Zirkulation ebensowohl entsprin-