Achtzehntes Kapitel

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Metamorphosenreihe der Warenwelt — der Warenzirkulation — ist,
so die Metamorphose des individuellen Kapitals, sein Umschlag, ein
Glied. im Kreislauf des yesellschaftlichen Kapitals.

. Dieser Gesamtprozeß umschließt ebensowohl die produktive
Konsumtion (den unmittelbaren Produktionsprozeß) nebst den Form-
verwandlungen (stofflich betrachtet Austauschen), die ihn vermitteln,
wie die individuelle Konsumtion mit den sie vermittelnden Form-
verwandlungen oder Austauschen. . Sie umschließt einerseits den
Umsatz von variablem Kapital in Arbeitskraft und daher die Ein:
verleibung ‚der  Arbeitskratt in den kapitalistischen Produktions:
prozeß. Hier tritt der Arbeiter als Verkäufer seiner Ware, der Arbeits-
kraft, auf und der Kapitalist als Käufer derselben. Anderseits aber
ist im Verkauf der Waren eingeschlossen der Kauf derselben durch
die Arbeiterklasse, also deren individuelle Konsumtion, Hier tritt
die. Arbeiterklasse ’als Käufer auf und die Kapitalisten als Waren-
verkäufer an die Arbeiter. ;

Die Zirkulation des Warenkapitals. schließt die Zirkulation
des Mehrwerts ein, also auch die Käufe und Verkäufe, wodurch die
Käpitalisten ihre individuelle Konsumtion, die Konsumtion des Mehr-
werts vermitteln.

Der Kreislauf der individuellen Kapitale in ihrer Zusanimen-
fassung zum gesellschaftlichen Kapital, also in seiner Totalität be:
trachtet, umfaßt also nicht nur die Zirkulation. des Kapitals, sondern
auch: die ‚allgemeine Warenzirkulation, Die: letztere kann primitiv
fin ihrer einfachsten Form} nur. aus. zwei Bestandteilen bestehen:
1. dem eigenen Kreislauf des Kapitals und 2. dem Kreislauf der Waren,
die in die individuelle Konsumtion eingehen, also der Waren, worin
der. Arbeiter seinen .Lohn und der Kapitalist seinen Mehrwert (oder
Teil seines .Mehrwerts) verausgabt. Allerdings umfaßt der Kreislauf
des Kapitals auch. die Zirkulation des Mehrwerts, soweit dieser Teil
des Warenkapitals bildet, und ebenso die Verwandlung. von variablem
Kapital in Arbeitskraft, die Zahlung des Arbeitslohnes. ‘Aber die Ver-
ausgabung dieses Mehrwerts und Arbeitslohnes in Waren bildet kein
Glied: der Kapitalzirkulation, obwohl wenigstens die Verausgabung
des: Arbeitslohnes diese Zirkulation bedingt.

Im I. Buch wurde der kapitalistische Produktionsprozeß sowohl
als vereinzelter Vorgang wie als Reproduktionsprozeß analysiert:
die Produktion des Mehrwerts und die Produktion des Kapitals selbst.
Der Form- und Stoffwechsel, den das Kapital innerhalb der Zirku-
lationssphäre durchmacht, wurde unterstellt, ohne weiter dabei zu
verweilen. Es wurde also unterstellt, daß der Kapitalist einerseits
das: Produkt zu seinem . Wert verkauft, anderseits innerhalb der
Zirkulationssphäre die sachlichen Produktionsmittel vorfindet, um
den Prozeß von:neuem zu beginnen oder kontinuierlich fortzuführen.
Der.einzige Akt innerhalb der Zirkulationssphäre, wobei wir uns dort
aufzuhalten hatten, war der Kauf und Verkauf der Arbeitskraft als
Grundbedingung der kapitalistischen Produktion.