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Dritter Abschnitt
Im ersten Abschnitt dieses II. Buches wurden die verschiedenen
Formen betrachtet, die das Kapital in seinem Kreislauf annimmt,
und die verschiedenen Formen dieses Kreislaufs. selbst. . Zu der im
I. Buch betrachteten Arbeitszeit kommt jetzt die Zirkulationszeit
hinzu.

Im zweiten Abschnitt wurde der Kreislauf als periodischer, das

heißt als Umschlag betrachtet. Es wurde einerseits gezeigt, wie die
verschiedenen Bestandteile des Kapitals (fixes und zirkulierendes}
den Kreislauf der Formen in. verschiedenen Zeiträumen. vallbringen
und in verschiedener Weise; es wurden anderseits die Umstände unter-
sucht, wodurch verschiedene Länge der Arbeitsperiode und Zirku-
lationsperiode bedingt wird. Es zeigte sich der Einfluß der Kreis-
laufsperiode und des verschiedenen Verhältnisses ihrer Bestandteile
auf den Umfang des Produktionsprozesses selbst wie auf die Jahres-
rate des Mehrwerts. In der Tat, wenn im ersten Abschnitt haupt-
sächlich betrachtet wurden die sukzessiven Formen, die das Kapital
in seinem Kreislauf beständig annimmt und abstreift, so im zweiten
Abschnitt, wie innerhalb dieses Flusses und [dieser] Sukzession von
Formen ein Kapital von gegebener Größe sich gleichzeitig, wenn auch in
wechselndem Umfang, in die verschiedenen Formen von produktivem
Kapital, Geldkapital und Warenkapital teilt, so daß sie nicht nur mit-
einander abwechseln, sondern verschiedene Teile des gesamten Kapi-
talwerts beständig in diesen verschiedenen Zuständen . sich. neben-
einander befinden und fungieren. Das Geldkapital namentlich stelite
sich dar in einer Eigentümlichkeit, die sich nicht in Buch T zeigte. Es
wurden bestimmte Gesetze gefunden, nach denen verschieden große
Bestandteile eines gegebenen Kapitals, je nach den Bedingungen des
Umschlags, beständig in der Form von Geldkapital vorgeschossen
und erneuert werden müssen, um ein produktives Kapital von gege-
benem Umfang beständig in Funktion zu halten.

Es handelte sich aber im ersten wie im zweiten Abschnitt immer
nur um ein individuelles Kapital, um die Bewegung eines verselb-
ständigten Teils des gesellschaftlichen Kapitals.

Die Kreisläufe der individuellen Kapitale verschlingen sich aber
ineinander, setzen sich voraus und bedingen einander, und bilden
gerade in dieser Verschlingung die Bewegung des gesellschaftlichen
Gesamtkapitals. Wie bei der einfachen Warenzirkulation die Gesamt-
metamorphose einer Ware als Glied der Metamorphosenreihe der
Warenwelt erschien, so jetzt die Metamorphose. des individuellen
Kapitals als Glied der Metamorphosenreihe des gesellschaftlichen
Kapitals. Wenn aber die einfache Warenzirkulation keineswegs not-
wendig die Zirkulation des Kapitals einschloß — da sie auf Grund-
iage nichtkapitalistischer Produktion vorgehen kann —, so schließt,
wie bereits bemerkt, der Kreislauf des gesellschaftlichen Gesamt-
kapitals auch die nicht in den Kreislauf des einzelnen Kapitals fallende
Warenzirkulation ein, das heißt die Zirkulation der Waren, die nicht
Kapital bilden.