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Dritter Abschnitt
Funktionsfeld des Kapitals, die Stufenleiter der Produktion, selbst
auf kapitalistischer Grundlage, ihren absoluten. Schranken nach
abhängt von dem Umfang: des fungjerenden Geldkapitals. ...

Dem Kapital sind Produktionselemente einverleibt, deren Deh-
nung innerhalb gewisser Grenzen von der Größe des vorgeschossenen
Geldkapitals unabhängig ist. Bei gleicher Zahlung der Arbeitskraft
kann sie extensiv oder intensiv stärker ausgebeutet werden. Wird das
Geldkapital mit dieser stärkeren Ausbeutung vermehrt (das heißt
der Arbeitslohn erhöht), so nicht verhältnismäßig, also pro tanto
gar. nicht.

Der produktiv ausgebeutete Naturstoff — der kein Wertelement
des: Kapitals bildet : —, Erde, Meer, Erze, Waldungen usw., wird
mit größerer Spannung derselben Anzahl von Arbeitskräften intensiv
oder extensiv stärker ausgebeutet ohne vermehrten Vorschuß von
Geldkapital. Die realen Elemente des produktiven Kapitals werden
so .vermehrt ohne Notwendigkeit eines Zuschusses von Geldkapital:
Soweit dieser nötig wird für zuschüssige Hilfsstoffe, wird das Geld-
kapital, worin der Kapitalwert vorgeschossen wird, nicht verhältnis-
mäßig zur Erweiterung der Wirksamkeit des produktiven. Kapitals
vermehrt, also pro tanto. gar nicht. .

Dieselben Arbeitsmittel, also dasselbe fixe: Kapital kann sowohl
in-der. Verlängerung seiner täglichen Gebrauchszeit: wie in der Inten-
sität seiner Anwendung wirksamer vernutzt werden ohne zuschüssige
Geldauslage für fixes Kapital. Es findet dann nur rascherer Umschlag
des fixen Kapitals Statt, aber auch die Elemente seiner Reproduktion
werden rascher geliefert.

Von dem Naturstoff abgesehen, können N aturkräfte, die nichts
kosten, als. Agenten dem Produktionsprozeß mit stärkerer oder
schwächerer Wirksamkeit einverleibt werden. Der Grad ihrer Wirk-
samkeit hängt von Methoden und wissenschaftlichen Fortschritten
ab, die dem Kapitalisten nichts kosten. -

Dasselbe gilt von der gesellschaftlichen Kombination der Ar-

beitskraft im Produktionsprozeß und von der gehäuften Geschiek-
lichkeit der individuellen Arbeiter. Carey rechnet heraus, daß der
Grundeigentümer nie genug erhält, weil ihm nicht: alles Kapital}
respektive Arbeit gezahlt wird, die seit Menschengedenken in. den
Boden gesteckt worden, um ihm seine jetzige Produktionsfähigkeit
zu geben. (Von der Produktionsfähigkeit, die ihm genommen. wird,
ist natürlich nicht die Rede.) Danach müßte der einzelne Arbeiter
bezahlt werden nach der Arbeit, die es das ganze Menschengeschlecht
gekostet hat, um aus einem Wilden einen modernen Mechaniker heraus-
zuarbeiten. Man sollte umgekehrt meinen: Berechnet man alle. un-
bezahlte, aber durch Grundeigentümer und Kapitalisten versilberte
Arbeit, die im Boden steckt, so ist das sämtliche in den Boden ge-
steckte Kapital aber und abermals mit Wucherzinsen zurückgezahlt,
also als Grundeigentum längst von der Gesellschaft aber und aber-
mals zurückgekauft worden.