Achtzehntes Kapitel

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:. :Die Erhöhung der Produktivkräfte der Arbeit, soweit sie keine
zuschüssige Auslage von: Kapitalwerten voraussetzt, erhöht zwar in
erster Instanz nur die Masse des Produkts, nicht seinen Wert, außer
soweit ‘sie befähigt, mehr konstantes Kapital mit derselben Arbeit zu
reproduzieren, also seinen Wert zu erhalten. Aber sie bildet zugleich
neuen Kapitalstoff, also die Basis vermehrter Akkumulation: des
Kapitals.

Soweit die Organisation der gesellschaftlichen Arbeit selbst, da-
her.die Erhöhung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit,
verlangt, daß auf großer Stufenleiter produziert und. daher Geld-
kapital vom Einzelkapitalisten in großen Massen vorgeschossen. wird,
ist bereits in Buch I gezeigt, daß dies zum Teil durch Zentralisation
der Kapitale in wenigen Händen geschieht, ohne daß der Umfang
der fungierenden Kapitalwerte und daher auch der. Umfang des Geld-
kapitals, worin sie vorgeschossen werden, absolut zu: wachsen braucht.
Die Größe der Einzelkapitale kann durch. Zentralisation in‘ wenigen
Händen wachsen, ohne daß ihre gesellschaftliche .Summe wächst.
Es. ist nur veränderte Teilung der Einzelkapitale.

Es ist. endlich im vorigen Abschnitt gezeigt worden, daß: Ver-
kürzung der Umschlagsperiode erlaubt, entweder mit weniger Geld-
kapital dasselbe produktive Kapital.oder mit demselben Geldkapital
mehr, produktives Kapital in Bewegung zu setzen.

Dies alles hat offenbar jedoch mit der eigentlichen Frage des
Geldkapitals nichts zu tun. Es zeigt nur, daß das vorgeschossene
Kapital — eine gegebene Wertsunme, die in ihrer freien Form, in
ihrer Wertform, aus einer gewissen Geldsumme besteht — nach seiner
Verwandlung in produktives Kapital produktive Potenzen einschließt,
deren Schranken nicht durch seine .Wertschranken gegeben sind,
sondern die innerhalb eines gewissen Spielraumes extensiv oder inten-
siv verschieden wirken können. Die Preise der Produktionselemente
— der Produktionsmittel und der Arbeitskraft — gegeben, ist die
Größe des Geldkapitals bestimmt, die nötig ist, um ein bestimmtes
Quantum dieser als Waren vorhandenen Produktionselemente zu
kaufen. . Oder die Wertgröße des vorzuschießenden Kapitals ist
bestimmt... Aber der Umfang, worin dies Kapital als Wert- und
Produktbildner wirkt, ist elastisch und variabel...

. Zum zweiten Punkt. Daß der Teil der gesellschaftlichen
Arbeit und Produktionsmittel, der jährlich zur Produktion oder zum
Ankauf von Gold** verausgabt werden muß, um verschlissene. Münze
zu ersetzen, pro tanto ein Abbruch am Umfang der gesellschaftlichen
Produktion ist, ist selbstverständlich. Was aber den Geldwert angeht,
der teils als Umlaufsmittel, teils als Schatz fungiert, so ist er einmal
da, erworben, er ist da neben der Arbeitskraft, den produzierten
Produktionsmitteln und den natürlichen Quellen des Reichtums. Er
kann nicht als Schranke derselben betrachtet werden. Durch seine
N 348. In der Engeleschen Ausgabe steht „Geld“.

KK