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Dritter Abschnitt
Verwandlung in Produktionselemente, durch Austausch mit andern
Völkern, könnte die Produktionsleiter erweitert. werden. Dies unter-
stellt jedoch, daß das Geld nach wie vor seine Rolle als Weltgeld spielt.
Je nach der Größe der Umschlagsperiode ist größere oder ge-
ringere Masse von Geldkapital nötig, um das produktive Kapital in
Bewegung zu setzen. Ebenso haben wir gesehen, daß die Teilung der
Umschlagsperiode in Arbeitszeit und Zirkulationszeit eine Vermeh-
rung des in Geldform latenten oder suspendierten Kapitals bedingt.
Soweit die Umschlagsperiode dureh die Länge der Arbeitsperiode
bestimmt wird, wird sie bestimmt, unter sonst gleichbleibenden Be-
dingungen, durch die materielle Natur des Produktionsprozesses, also
nicht durch den spezifischen gesellschaftlichen Charakter dieses Pro-
duktionsprozesses. Auf Basis der kapitalistischen Produktion jedoch
bedingen ausgedehntere. Operationen von längerer Dauer größere Vor-
schüsse von Geldkapital für längere Zeit. Die Produktion in solchen
Sphären ist also abhängig von den Grenzen, innerhalb deren der ein-
zelne Kapitalist über Geldkapital verfügt. Diese Schranke wird durch-
brochen durch Kreditwesen und damit zusammenhängende Asso-
ziation, zum Beispiel Aktiengesellschaften. Störungen im Geldmarkt
setzen daher solche Geschäfte still, während diese selben Geschäfte
ihrerseits Störungen im Geldmarkt hervorrufen.

Auf Basis gesellschaftlicher Produktion ist zu bestimmen der
Maßstab, worin diese Operationen, die während längerer Zeit Arbeits-
kraft und Produktionsmittel entziehen, ohne während dieser Zeit ein
Produkt als Nutzeffekt zu liefern, ausgeführt werden können, ohne die
Produktionszweige zu schädigen, die kontinuierlich oder mehrmals
während des Jahres nicht nur Arbeitskraft und Produktionsmittel
entziehen, sondern auch Lebensmittel und Produktionsmittel liefern.
Bei gesellschaftlicher ebenso wie bei kapitalistischer Produktion wer-
den nach wie vor die Arbeiter in Geschäftszweigen von kürzeren
Arbeitsperioden nur für kürzere Zeit Produkte entziehen, ohne Pro-
dukt wieder zu geben, während die Geschäftszweige mit langen Ar-
beitsperioden für längere Zeit fortwährend entziehen, bevor sie zu-
rückgeben. Dieser Umstand entspringt also aus den sachlichen Be-
dingungen des betreffenden Arbeitsprozesses, nicht aus seiner gesell-
schaftlichen Form. Das Geldkapital fällt bei gesellschaftlicher Pro-
duktion fort. Die Gesellschaft verteilt Arbeitskraft und Produktions-
mittel in die verschiedenen Geschäftszweige. Die Produzenten mö-
gen meinetwegen papierene Anweisungen erhalten, wofür sie den ge-
sellschaftlichen Konsumtionsvorräten ein ihrer Arbeitskraft ent-

sprechendes Quantum entziehen. Diese Anweisungen sind kein
Geld, Sie zirkulieren nicht.

Man sieht, daß, soweit das Bedürfnis für Geldkapital aus der
Länge der Arbeitsperiode entspringt, dies durch zwei Umstände be-
dingt wird: Erstens, daß überhaupt Geld die Form ist, worin jedes
individuelle Kapital (vom Kredit abgesehen) auftreten muß, um sich
in produktives Kapital zu verwandeln; dies geht hervor aus dem