Neunzehntes Kapitel

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Profit bestehen. Aber obwohl das zirkulierende Kapital jedes ein-
zelnen einen Teil des zirkulierenden Kapitals der Gesellschaft aus-
macht, zu der er gehört, so ist es doch deshalb keineswegs unbedingt
ausgeschlossen von der Netto-Revenue der Gesellschaft und kann
einen Teil davon bilden. Obgleich die sämtlichen Waren im Laden
eines Kleinhändlers durchaus nicht in den für seine eigene unmittel-
bare Konsumtion bestimmten Vorrat gestellt werden dürfen, so
können sie doch in den Konsumtionsfonds anderer Leute gehören, die
vermittels einer durch andere Fonds erzielten Revenue ihm ihren
Wert samt seinem Profit regelmäßig ersetzen, ohne daß daraus eine
Verminderung weder seines noch ihres Kapitals entsteht.‘ (Ibidem.)

Wir hören hier also:

1. Wie das fixe Kapital und das zu dessen Reproduktion (Funk-
tion vergißt er) und Erhaltung nötige zirkulierende Kapital, so ist
auch das in der Produktion von Konsumtionsmitteln tätige zirku-
lierende Kapital jedes individuellen Kapitalisten total ausgeschlossen
von seiner Netto-Revenue, die nur in seinen Profiten bestehen kann.
Also ist der sein Kapital ersetzende Teil seines Warenprodukts nicht
auflösbar in Wertbestandteile, die Revenue für ihn bilden.

2. Das zirkulierende Kapital jedes individuellen Kapitalisten
bildet einen Teil des zirkulierenden Kapitals der Gesellschaft, ganz
wie jedes individuelle fixe Kapital.

3. Das zirkulierende Kapital der Gesellschaft, obgleich nur die
Summe der individuellen zirkulierenden Kapitale, besitzt einen vom
zirkulierenden Kapital jedes individuellen Kapitalisten verschiedenen
Charakter. Das letztere kann niemals einen Teil seiner Revenue
bilden; ein Stück des ersten (nämlich das aus Konsumtionsmitteln
bestehende) kann dagegen zugleich einen Teil der Revenue der
Gesellschaft bilden, oder, wie er vorhin sagte, es muß nicht not-
wendig die Netto-Revenue der Gesellschaft um einen Teil des Jahres-
produkts verringern. In der Tat besteht das, was A. Smith hier
zirkulierendes Kapital nennt, in dem jährlich produzierten Waren-
kapital, welches die Konsumtionsmittel produzierenden Kapitalisten
jährlich in Zirkulation werfen. Dies ihr ganzes jährliches Waren-
produkt besteht aus konsumierbaren Artikeln und bildet daher
den Fonds, worin sich die Netto-Revenuen (inklusive der Arbeits-
löhne) der Gesellschaft realisieren oder verausgaben. Statt die Waren
im Laden des Kleinhändlers als Beispiel zu wählen, hätte A. Smith
die in den Warenlagern der industriellen Kapitalisten lagernden
Gütermassen wählen müssen,

Hätte A. Smith nun die Gedankenblöcke zusammengefaßt, die
sich ihm aufgedrungen, vorher bei Betrachtung der Reproduktion
dessen, was er fixes, jetzt bei der dessen, was er zirkulierendes Kapital
nennt, so wäre er zu folgendem Resultat gekommen:

I. Das gesellschaftliche Jahresprodukt besteht aus zwei Abtei-
lungen; die erste umfaßt die Produktionsmittel, die zweite die
Konsumtionsmittel; beide sind getrennt zu behandeln.