Neunzehntes Kapitel

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einzige Quelle seiner Revenue bildet; als variables Kapital fungiert
die Arbeitskraft nur in den Händen ihres Käufers, des Kapitalisten,
und den Kaufpreis selbst schießt der Kapitalist nur scheinbar vor,
da sein Wert ihm vorher bereits durch den Arbeiter geliefert ist.

Nachdem uns A. Smith so gezeigt, daß der Wert des Produkts
in der Manufaktur gleich ist v -+ m (wo m gleich Profit des Kapi-
talisten), sagt er uns, daß in der Agrikultur die Arbeiter außer ‚der
Reproduktion eines Wertes, der gleich ist ihrer eigenen Konsumtion
und dem sie beschäftigenden“‘‘ (variablen) „Kapital nebst dem Profit
des Kapitalisten‘‘ — außerdem „über das Kapital des Pächters und
all seinen Profit hinaus auch noch regelmäßig die Reproduktion
der Rente des Grundbesitzers bewirken.‘ (B. II, ch. 5, p. 243.)
Daß die Rente in die Hände des Grundbesitzers geht, ist für die Frage,
die wir betrachten, ganz gleichgültig. Bevor sie in seine Hände
geht, muß sie in den Händen .des Pächters sich befinden, das heißt in
denen des’ industriellen Kapitalisten. Sie muß einen Wertbestand-
teil des Produkts bilden, bevor sie Revenue für irgendwen wird.
Rente wie Profit sind also bei A. Smith selbst nur Bestandteile
des Mehrwerts, die der produktive Arbeiter beständig reproduziert
zugleich mit seinem eigenen Arbeitslohn, das heißt mit dem Wert des
variablen Kapitals. Rente wie Profit sind also Teile des Mehrwerts m,
und somit löst sich bei A. Smith der Preis aller Waren auf in v + m.

Das Dogma, daß der Preis aller Waren (also auch des jährlichen
Warenprodukts) sich auflöst in Arbeitslohn plus Profit plus Grund-
rente, nimmt in dem zwischendurch laufenden esoterischen Teil von
Smiths Werk selbst die Form an, daß der Wert jeder Ware, also
auch des jährlichen Warenprodukts der Gesellschaft, gleich ist
v + m, gleich dem in Arbeitskraft ausgelegten und vom Arbeiter
stets reproduzierten Kapitalwert plus dem von den Arbeitern durch
ihre Arbeit zugesetzten Mehrwert.

Dies Endergebnis bei A. Smith offenbart uns zugleich — siehe
weiter unten — die Quelle seiner einseitigen Analyse der Bestand-
teile, worin der Warenwert zerfällbar. Mit der Größenbestimmung
jedes einzelnen dieser Bestandteile und der Grenze ihrer Wert-
summe hat aber der Umstand nichts zu tun, daß sie zugleich ver-
schiedene Revenuequellen für verschiedene in der Produktion fun-
gierende Klassen bilden.

Wenn A. Smith sagt: „Arbeitslohn, Profit und Bodenrente sind
die drei Urquellen alles Einkommens sowohl wie alles Tauschwerts,
jede andere Revenue ist in letzter Instanz von einer derselben ab-
geleitet“ (B. I, ch. 6. p. 48), so sind hier allerlei Quidproquo | Ver-
wechselungen] zusammengehäuft.

1. Alle nicht direkt in der Reproduktion, mit oder ohne Arbeit,
figurierenden Gesellschaftsglieder können ihren Anteil am jährlichen
Warenprodukt — also ihre Konsumtionsmittel — in erster Hand
nur beziehen aus den Händen der Klassen, denen das Produkt
in erster Hand zufällt — produktiven Arbeitern, industriellen