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Dritter Abschnitt
mitteln *°*, die‘ sie im Lauf des Jahres verzehrt und die stets bestehen
entweder aus dem unmittelbaren Produkt dieser Arbeit oder in
den mit diesem Produkt von andern Nationen gekauften Gegen-
ständen.‘““ (p. 11.)

Der erste Fehler A. Smiths besteht nun darin, daß er den
jährlichen Produktenwert gleichsetzt dem jährlichen Wert-
produkt. Das letztere ist nur Produkt der Arbeit des vergan-
genen Jahres; der erstere schließt außerdem alle Wertelemente ein,
die zur Herstellung des Jahresprodukts verbraucht, aber im vor-
hergehenden und zum Teil in noch früher verflossenen
Jahren produziert wurden: Produktionsmittel, deren Wert
nur wieder erscheint — die, was ihren Wert betrifft, weder
produziert noch reproduziert worden sind durch während des
letzten Jahres verausgabte Arbeit. Durch diese Verwechselung mani-
puliert [befördert] A. Smith den konstanten Wertteil des Jahres-
produkts hinweg. Die Verwechselung selbst beruht auf einem andern
[rrtum in seiner Fundamentalauffassung: er unterscheidet nicht
den zwiespältigen Charakter der Arbeit selbst: der Arbeit, soweit sie
als Verausgabung von Arbeitskraft Wert und soweit sie als konkrete,
nützliche Arbeit Gebrauchsgegenstände (Gebrauchswert) schafft,
Die Gesamtsumme der jährlich hergestellten Waren, also das ganze
J ahresprodukt, ist Produkt der im letzten Jahr. wirkenden
nützlichen Arbeit; nur dadurch, daß gesellschaftlich angewandte
Arbeit in einem vielverzweigten System nützlicher Arbeitsarten
verausgabt wurde, sind alle diese Waren da; nur dadurch ist. in
ihrem Gesamtwert der Wert der in ihrer Produktion verzehrten
Produktionsmittel erhalten, in neuer Naturalform wieder erscheinend:
Das gesamte Jahresprodukt ist also Resultat der während des
Jahres verausgabten nützlichen Arbeit; aber vom jährlichen
Produktenwert ist nur ein Teil während des Jahres geschaffen
worden; dieser Teil ist das jährliche Wertprodukt, worin sich
die Summe der während des Jahres selbst flüssig gemachten Arbeit
darstellt.

Wenn also A. Smith in der soeben zitierten Stelle sagt: „Die
jährliche Arbeit jeder Nation ist der Fonds, welcher sie ursprünglich
versieht mit all den Lebensmitteln, die sie im Lauf des Jahres
verzehrt etc.‘, so stellt er sich einseitig auf den Standpunkt der
bloß nützlichen Arbeit, die allerdings alle diese Lebensmittel in
ihre verzehrbare Form gebracht hat. Er vergißt aber dabei, daß
dies unmöglich war ohne Mithilfe der aus früheren Jahren über-
lieferten Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände, und daß daher die
„Jährliche Arbeit“, soweit sie Wert bildete, keineswegs den ganzen
Wert- des durch sie fertiggestellten Produkts geschaffen hat, daß
das Wertprodukt kleiner ist als der Produktenwert.

40a Wörtlich bei Smith: mit allen den notwendigen Lebensmitteln und
Gegenständen der Annehmlichkeit ( Necessaries and conveniences of life). K.