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Dritter Abschnitt
seine Revenue, die nur so lange dauert, als er seine Arbeitskraft an
den Kapitalisten verkaufen kann.

Die Ware des Lohnarbeiters — seine Arbeitskraft selbst —
fungiert nur als Ware, soweit sie dem Kapital des Kapitalisten
einverleibt wird, als Kapital fungiert; anderseits fungiert das als
Geldkapital im Ankauf von Arbeitskraft verausgabte Kapital des
Kapitalisten als Revenue in der Hand des Verkäufers der Arbeits-
kraft, des Lohnarbeiters.

Es verschlingen sich hier verschiedene Zirkulations- und Produk-
tionsprozesse, die A. Smith nicht auseinander hält.

Erstens: Dem Zirkulationsprozeß angehörige Akte: Der
Arbeiter verkauft seine Ware — die Arbeitskraft — an den Kapi-
talisten; das Geld, womit der Kapitalist sie kauft, ist für ihn zur
Verwertung angelegtes Geld, also Geldkapital; es ist nicht verausgabt,
sondern vorgeschossen. (Dies ist der wirkliche Sinn des „Vor-
schusses‘ — avance der Physiokraten —, ganz unabhängig davon,
wo der Kapitalist das Geld selbst hernimmt. Vorgeschossen ist
für den Kapitalisten jeder Wert, den er zum Zweck des Produk-
tionsprozesses zahlt, ob dies nun vorher oder post festum [hinter-
üdrein] geschehe; er ist dem Produktionsprozeß selbst vorgeschossen.)
Hier ereignet sich nur, was bei jedem Warenverkauf: der Verkäufer
gibt einen Gebrauchswert fort (hier die Arbeitskraft) und erhält
dessen Wert (realisiert dessen Preis) in Geld; der Käufer gibt sein
Geld weg und erhält dafür die Ware selbst — hier die Arbeitskraft.

Zweitens: Im Produktionsprozeß bildet jetzt die gekaufte
Arbeitskraft einen Teil des fungierenden Kapitals, und der Arbeiter
selbst fungiert hier nur als eine besondere Naturalform dieses Kapi-
tals, unterschieden von den in der Naturalform von Produktions-
mitteln bestehenden Elementen desselben. Während des Prozesses
setzt der Arbeiter den von ihm in Produkt verwandelten Produk-
tionsmitteln einen Wert zu durch Verausgabung seiner Arbeits-
kraft gleich dem Wert seiner Arbeitskraft (abgesehen vom Mehrwert);
er reproduziert also für den Kapitalisten in Warenform den von
letzterem ihm in Arbeitslohn vorgeschossenen oder vorzuschießenden
Teil seines Kapitals; produziert ihm ein Aequivalent des letzteren;
er produziert also für den Kapitalisten das Kapital, das dieser von
neuem im Ankauf von Arbeitskraft „vorschießen‘‘ kann.

Drittens: Bei Verkauf der Ware ersetzt also ein Teil ihres
Verkaufspreises dem Kapitalisten das von ihm vorgeschossene
variable Kapital, befähigt daher sowohl ihn, von neuem Arbeitskraft
zu kaufen, wie den Arbeiter, sie von neuem zu verkaufen.

Bei allen Warenkäufen und -verkäufen — soweit nur diese
Transaktionen selbst betrachtet werden — ist es vollständig gleich-
gültig, was in der Hand des Verkäufers aus dem für seine Ware
gelösten Geld. und was in der Hand des Käufers aus dem von ihm
gekauften Gebrauchsartikel wird. Es ist also, soweit der bloße
Zirkulationsprozeß in Betracht kommt, auch völlig gleichgültig,