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Dritter Abschnitt
Das Geld, das der Arbeiter erhält, wird von ihm verausgabt, um
seine Arbeitskraft zu erhalten, also — Kapitalistenklasse und
Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit betrachtet — um dem Kapi-
balisten das Werkzeug zu erhalten, wodurch er allein Kapitalist
bleiben kann.

Der beständige Kauf und Verkauf der Arbeitskraft verewigt also
einerseits die Arbeitskraft als Element des Kapitals, wodurch es
als Schöpfer von Waren, Gebrauchsartikeln, die einen Wert haben,
erscheint, wodurch ferner der Kapitalteil, der die Arbeitskraft
kauft, durch ihr eigenes Produkt beständig hergestellt; wird, der
Arbeiter selbst also beständig den Kapitalfonds schafft, aus dem
er bezahlt wird. Anderseits wird der beständige Verkauf der
Arbeitskraft zur stets sich erneuernden Lebenserhaltungsquelle des
Arbeiters, und erscheint also seine Arbeitskraft als das Vermögen,
wodurch er die Revenue bezieht, von der er lebt. Revenue bedeutet 140?
hier nichts als durch. beständig wiederholten Verkauf einer Ware
(der Arbeitskraft) bewirkte Aneignung von Werten, wobei letztere
selbst nur zur beständigen Reproduktion der zu verkaufenden Ware
dienen. Und sofern hat A. Smith recht zu sagen, daß der Wertteil
des vom Arbeiter selbst geschaffenen Produkts, wofür ihm der
Kapitalist ein Aequivalent in Form des Arbeitslohnes zahlt, Quelle
von Revenue für den Arbeiter wird. Dies ändert aber ebensowenig
an der Natur oder Größe dieses Wertteils der Ware, als es am Wert
der Produktionsmittel ändert, daß sie als Kapitalwerte fungieren,
oder an der Natur und Größe einer geraden Linie, daß sie als Basis
eines Dreiecks oder als Durchmesser einer Ellipse fungiert. Der
Wert der Arbeitskraft bleibt gerade so unabhängig bestimmt wie
der jener Produktionsmittel. Weder besteht dieser Wertanteil der
Ware aus Revenue als einem ihn konstituierenden selbständigen
Faktor, noch löst sich dieser Wertteil auf in Revenue. Weil dieser
vom Arbeiter beständig reproduzierte Neuwert für ihn Quelle von
Revenue bildet, bildet nicht umgekehrt seine Revenue einen
Bestandteil des von ihm produzierten Neuwerts. Die Größe
des ihm bezahlten Anteils an dem von ihm geschaffenen Neu-
wert bestimmt den Wertumfang seiner Revenue, nicht umgekehrt.
Daß dieser Teil des Neuwerts für ihn Revenue bildet, zeigt bloß,
was aus ihm wird, den Charakter seiner Anwendung und hat mit
seiner Bildung so wenig zu schaffen wie mit jeder andern Wert-
bildung. Nehme ich jede Woche zehn Taler ein, so ändert der Um-
stand dieser wöchentlichen Einnahme nichts, weder an der Wert-
natur der zehn Taler noch an ihrer Wertgröße. Wie bei jeder
andern Ware ist bei der Arbeitskraft ihr Wert bestimmt durch
die zu ihrer Reproduktion notwendige Arbeitsmenge; daß diese
Arbeitsmenge durch den Wert der notwendigen Lebensmittel des
Arbeiters bestimmt, also gleich ist der zur Reproduktion seiner
40b In der Engelsschen Ausgabe steht „meint“. K.