Neunzehntes Kapitel

325

Lebenusbedingungen selbst notwendigen Arbeit, ist dieser Ware
(der Arbeitskraft) eigentümlich, aber nicht eigentümlicher, als daß
der Wert von Lastvieh durch den Wert der zu seiner Erhaltung
notwendigen Lebensmittel bestimmt ist, also durch die Masse
menschlicher Arbeit, nötig, um letztere zu produzieren.

Es ist aber die Kategorie „Revenue‘‘, die hier das ganze Unheil
bei A. Smith anrichtet. Die verschiedenen Sorten von Revenuen
bilden bei ihm die „component parts‘, die Bestandteile des jähr-
lich ‚produzierten, neu hergestellten Warenwerts, während um-
gekehrt die zwei Teile, worin dieser Warenwert für den Kapi-
talisten zerfällt — das Aequivalent seines bei Ankauf der Arbeit
in Geldiorm vorgeschossenen variablen Kapitals und der andere
Wertteil, der ihm auch gehört, ihm aber nichts gekostet hat, der
Mehrwert —, Revenuequellen bilden. Das Aequivalent des variablen
Kapitals wird von neuem in Arbeitskraft vorgeschossen und bildet
sofern eine Revenue für den Arbeiter in Form seines Arbeitslohns;
der. andere Teil — der Mehrwert —, da er dem Kapitalisten keinen
Kapitalvorschuß zu ersetzen hat, kann von ihm in Konsumtions-
mitteln (notwendigen und Luxus-) verausgabt, als Revenue ver-
zehrt werden, statt Kapitalwert irgendeiner Art. zu bilden. Die
Voraussetzung dieser Revenue ist der Warenwert selbst, und seine
Bestandteile unterscheiden sich für den Kapitalisten nur, soweit
sie entweder Aequivalent für oder Ueberschuß über den von
ihm vorgeschossenen variablen Kapitalwert bilden. Beide bestehen
aus nichts als [aus] während der Warenproduktion verausgabter, in
Arbeit flüssig gemachter Arbeitskrait. Sie bestehen aus Ausgabe,
nicht aus Einkommen oder Revenue — aus Arbeitsausgabe.

Nach diesem Quidproquo, wo die Revenue die Quelle von
Warenwert wird statt der Warenwert die Quelle von Revenue,
erscheint nun der Warenwert als „zusammengesetzt‘“ aus den ver-
schiedenen Sorten Revenuen; sie sind unabhängig voneinander
bestimmt, und durch die Addition des Wertumfangs dieser Revenuen
wird der Gesamtwert der Ware bestimmt. Aber nun fragt es sich,
wie wird der Wert jeder dieser Revenuen bestimmt, aus denen der
Warenwert entspringen soll? Bei dem Arbeitslohn geschieht dies,
denn der Arbeitslohn ist der Wert seiner Ware, der Arbeitskraft,
und dieser bestimmbar (wie der jeder andern Ware) durch die zur
Reproduktion dieser Ware nötige Arbeit. Aber der Mehrwert oder
bei A. Smith vielmehr seine beiden Formen, Profit und Grundrente,
wie sind sie bestimmbar? Hier bleibts bei leerem Geschwätz. Bald
stellt A. Smith Arbeitslohn und Mehrwert (respektive Arbeitslohn
und Profit) als Bestandteile dar, aus denen der Warenwert respektive
Preis sich zusammensetzt, bald, und oft, fast im selben Atemzug, als
Teile, worin sich der Warenpreis „auflöst‘‘ (resolves itself), was aber
umgekehrt heißt, daß der Warenwert das zuerst Gegebene ist, und
daß verschiedene Teile dieses gegebenen Wertes verschiedenen im
Produktionsprozeß beteiligten Personen in der Form verschiedener